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Frage Woraus produziert die DB AG ihren Bahnstrom?



Atlanta

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Hat sich schon jemals irgendwer gefragt, woraus die DB AG ihren angeblichen 100 % Ökostrom produziert?

Bahnstrom hat 15 kV bei 16 2/3 Hertz.

Netzstrom hat bei unterschiedlichen Nennspannungen aber 50 Hertz.

Umtransformieren geht nicht, da läßt sich nur die Spannung oder Stromstärke verändern aber nicht die Frequenz.

Ein Kraftwerk stellt aus einer Kraft eine andere Kraft her.

Diese andere Kraft kann eine mechanische Drehbewegung sein, aus der man mit einem Generator, Elektrizität herstellen kann und das in jeder gewünschten Nennspannung und Frequenz.

Es gibt eine juristische "Spitzfindigkeit", welche es ermöglicht, aus einem Kohlekraftwerk ein "Ökokraftwerk" zu machen.
In der Turbinenhalle wird eine Zwischenwand eingezogen, wo die Dampfturbinen auf der einen Seite der Wand sind und die Generatoren auf der anderen Wandseite.

Das bisherige Kraftwerk wird in eine GmbH "outgesourct" und verläßt den Gesamtkonzern als eigenständiges (Tochter) - Unternehmen.
Es wird ja nur eine mechanische Kraft produziert.

Diese mechanische Kraft wird eingekauft und mit Generatoren Elektrizität erzeugt.

Man hat also eine 100 % Ökobilanz weil man ja nur die mechanische Kraft verwendet, die ein "betriebsfremder" Zulieferer herstellt.

Eine andere Möglichkeit sind Wind- und Wasserkraftwerke und Motor/Generator Werke.

Bei Motor/Generator Werken wird die Netzspannung durch einen Motor in eine mechanische Kraft umgewandelt, welche wiederum durch Generatoren in Elektrizität also umwandelt und Bahnstrom produziert.

Motor/Generator Werke lassen sich nahezu überall aufbauen und nutzen elektrische Energie aus dem öffentlichen Netz.

Für die Ökobilanz ist das auch nicht entscheidend, wie irgendwas hergestellt wird, woraus man selber elektrische Energie herstellt.

Würde man das aber alles mit einrechnen, sähe es nicht mehr so gut mit der Ökobilanz aus.
 

maschwa

Antipath
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Die derzeitige Bilanz ist eh mal "nicht ganz wahr"!

Hier mal ein älterer Artikel von Anfang 2018, wobei sich wohl die %- Zahlen marginal zu heute unterscheiden:

Man verwechselt immer folgendes: Ökostrom ist lediglich ein gekauftes Zertifikat und sagt nichts über die tatsächliche Zusammensetzung aus!

Zu deiner speziellen Frage ein Zitat aus dem Artikel:
Über langfristige Verträge deckt die Bahn mehr als die Hälfte ihres Stromverbrauchs ab. Der Rest kommt aus dem öffentlichen Stromnetz, muss aber in sogenannten Umrichterwerken erst noch gewandelt werden, weil der Strom für den Bahnbetrieb mit 16,7 Hertz eine andere Frequenz hat die sonst üblichen 50 Hertz.
MfG
maschwa
 

Martin

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Hat sich schon jemals irgendwer gefragt, woraus die DB AG ihren angeblichen 100 % Ökostrom produziert?
Bahnstrom hat 15 kV bei 16 2/3 Hertz.

Es gibt eine juristische "Spitzfindigkeit", welche es ermöglicht, aus einem Kohlekraftwerk ein "Ökokraftwerk" zu machen.
In der Turbinenhalle wird eine Zwischenwand eingezogen, wo die Dampfturbinen auf der einen Seite der Wand sind und die Generatoren auf der anderen Wandseite.
Die Nennfrequenz für Bahnstrom wurde am 16.10.1995 auf 16,7 Hz erhöht :)

Auf dem beschriebenen Wege kann man keinen Ökostrom erzeugen. Ein Handel mit RECS-Zertifikaten ist aber möglich was den Anteil von "Grünstrom" im europäischen Verbundnetz allerdings nicht erhöht. https://de.wikipedia.org/wiki/Renewable_Energy_Certificate_System

DB Fernverkehr beantwortet die Frage nach der Stromherkunft so:
"Seit 2013 liefern zahlreiche Wasserkraftwerke an Rhein, Mosel und der Ruhr und seit 2015 weitere Wasserkraftwerke von Main, Donau, Lech, Isar, Inn und vom Edersee den Ökostrom an die Bahn. Der zusätzliche Strom, der seit Januar 2018 beschafft wird, um im Fernverkehr alle Kunden mit 100 Prozent Ökostrom befördern zu können, stammt aus unterschiedlichen Anlagen in Europa. Alle diese Anlagen sind jünger als zwölf Jahre. DB Energie, der Energieversorger der Deutschen Bahn, wird in den kommenden Jahren weitere Stromlieferverträge für den Bezug erneuerbarer Energien abschließen. "

Weiterhin heißt es:
"Die neuen Angebote mit 100 Prozent Ökostrom im Fernverkehr führen nicht dazu, dass in anderen Unternehmensbereichen (zum Beispiel im Regionalverkehr oder Schienengüterverkehr) der Anteil erneuerbarer Energien sinkt. Gleiches gilt für den Strom, den DB Energie an dritte Eisenbahnunternehmen liefert."

Bislang konnte ich auch noch nirgends lesen, dass die DB AG zu 100% Ökostrom einkauft. Im Gegenteil, 2017 stammt der überwiegende Teil (57,5%) des von DB Energie gelieferten Stromes (stationär und Bahnstrom) aus Nicht-regenerativen Quellen.

Bahnstrom wird heute - sofern er nicht direkt mit 16,7 Hz im Kraftwerk erzeugt wird - überwiegend mit statischen Umformern "erzeugt" und nicht mit einem "Motor/Generator Werk". Diese basieren auf Leistungselektronik und erreichen einen höheren Wirkungsgrad.
 

Asgard

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Vielleicht hilft ein etwas größerer Blickwinkel.

Die Ökostromlüge fliegt immer wieder auf. Strom ist nicht für jeden ersichtlich grün, gelb, blau oder sonstwie gefärbt. Alle Energieversorger speisen in die Netze ein und da wir ein europäisches Verbundnetz haben ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass wir statt dem in Deutschland produzierten ziemlich unzuverläsigen "Ökostrom" eher in Frankreich oder Tschechien produzierten Strom aus Kernkraftwerken verbrauchen. Das musste selbst die Obergrüne KGE schmallippig zugeben. Die wissen nur zu gut, dass ihr Wahn von ideologisch korrekt produzierter Energie in einem Industrieland den Bedarf nicht abdecken kann. Alles nur eine riesige Show für den bewusst dämlich gemachten Wähler und nützlich für den Reibach einiger weniger Konzerne.

Sollten die ausländischen Versorger wegen zu großer Netzschwankungen durch deutschen Flatterstrom beschließen einen Lastabwurf in großem Stil durchzuführen und Deutschland vom Verbund zu trennen können wir zusehen wie hier überall die Lichter ausgehen. Die paar verbliebenen KKW und Kohlekraftwerke schaffen es nicht den Bedarf selbst der nötigsten Grundlast zu decken und wenn das Wetter für Propeller und Solar nicht passt kommen interessante Zeiten auf uns zu.
Wir benötigen in unserem Land immer mehr Strom und statt die Kraftwerke, die diesen zuverlässig produzieren weiter am Netz zu lassen oder neu zu bauen, versteifen sich politische Hasardeure auf den Ökowahn. Anders gesprochen: wir lassen es zu, dass politische Geisterfahrer aus ideologischen Gründen mit einer realen, wirtschaftlich noch einigermassen starken Volkswirtschaft Sim City spielen.
 
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Schweizkutscher

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Vielleicht hilft ein etwas größerer Blickwinkel.

Die Ökostromlüge fliegt immer wieder auf. Strom ist nicht für jeden ersichtlich grün, gelb, blau oder sonstwie gefärbt. Alle Energieversorger speisen in die Netze ein und da wir ein europäisches Verbundnetz haben ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass wir statt dem in Deutschland produzierten ziemlich unzuverläsigen "Ökostrom" eher in Frankreich oder Tschechien produzierten Strom aus Kernkraftwerken verbrauchen. Das musste selbst die Obergrüne KGE schmallippig zugeben. Die wissen nur zu gut, dass ihr Wahn von ideologisch korrekt produzierter Energie in einem Industrieland den Bedarf nicht abdecken kann. Alles nur eine riesige Show für den bewusst dämlich gemachten Wähler und nützlich für den Reibach einiger weniger Konzerne.

Sollten die ausländischen Versorger wegen zu großer Netzschwankungen durch deutschen Flatterstrom beschließen einen Lastabwurf in großem Stil durchzuführen und Deutschland vom Verbund zu trennen können wir zusehen wie hier überall die Lichter ausgehen. Die paar verbliebenen KKW und Kohlekraftwerke schaffen es nicht den Bedarf selbst der nötigsten Grundlast zu decken und wenn das Wetter für Propeller und Solar nicht passt kommen interessante Zeiten auf uns zu.
Wir benötigen in unserem Land immer mehr Strom und statt die Kraftwerke, die diesen zuverlässig produzieren weiter am Netz zu lassen oder neu zu bauen, versteifen sich politische Hasardeure auf den Ökowahn. Anders gesprochen: wir lassen es zu, dass politische Geisterfahrer aus ideologischen Gründen mit einer realen, wirtschaftlich noch einigermassen starken Volkswirtschaft Sim City spielen.
Das ist Öko-Faschismus in Reinkultur. Will von den Öko-Spinnern keiner wahr haben. Aber die wollen auch kein Windrad im Garten und die Stromtrasse möge nur weit weg genug vom eigenen Grundstück verlaufen. Man will ja die eigenen Kinder nicht dem Spannungsdreck von den Freileitungen aussetzen. Achja, letzte Woche erst wieder einen Tsunamie auf dem Rhein erlebt. Bin ich froh das unsere AKW (Philipsburg/Molzau und Biblis) in der Nähe schon runtergefahren sind.
 

Atlanta

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Die Nennfrequenz für Bahnstrom wurde am 16.10.1995 auf 16,7 Hz erhöht :)
Und schon darauf reingefallen :024:

Nichts anderes habe ich geschrieben...bloß anders ausgedrückt.

Bahnstrom hat eine Frequenz von einem Drittel der Frequenz des öffentlichen Netzes

50 : 3 = 16,66 Periode, aufgerundet ungefähr 16,7 (Dezimalbruch)
50 : 3 ~ 16,7
oder mathematisch genauer
50 : 3 = 16 2/3
Die uns in der Schulzeit eingetrichterte Bruchrechnung hat doch etwas gutes für sich...man kann sie auch praktisch anwenden.:024:

Bahnstrom mit dieser Frequenz gibt es schon wesentlich länger als 1995.
 
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Atlanta

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Ob du etwas in einem gerundeten Dezimalbruch oder natürlichen Bruch angibts ist der Sache egal und wer blindlings auf das vertraut, was in Wikipedia steht sollte zuvor eigene Recherchen aus anderen Quellen befragen und wird dabei so manche Überaschung erleben.

Einen Lösungsweg habe ich dir ja bereits gezeigt, wie man das an Hand einer recht einfachen Formel berechnet.
 

Gerd Belo

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Off-Topic:
In diesem Falle hat es nichts mit Mathematik zu tun, sondern mit Elektrotechnik. Man "erschlägt" sozusagen ein Problem (den bei geringer Last im Asynchronumformer auftretenden Synchronlauf und damit auftretender unsymmetrischer Gleichstromkomponente) mit einem andereren. (Aufgabe der Synchronen Phasenlage zum Landesnetz). Letztenendes ist es egal, ob 16,7Hz oder 16²/³Hz - die Abweichung liegt im Tolleranzbereich.
Allerdings ruft die Angabe 16²/³Hz immer die selbsternanten Gurus aus ihren Löchern, die das nicht begriffen haben...... :003:
 

Treibrad

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Man "erschlägt" sozusagen ein Problem (den bei geringer Last im Asynchronumformer auftretenden Synchronlauf und damit auftretender unsymmetrischer Gleichstromkomponente) mit einem andereren. (Aufgabe der Synchronen Phasenlage zum Landesnetz).
Wobei das kein Problem/egal ist, weder mit Phasenlage noch Frequenz. Der einzige Nachteil war, dass nach der Umstellung die Bahnstromnetze in den neuen Bundesländern, die teilweise noch mit Synchron-Synchron-Umformern versorgt wurden, als Inselbetrieb mit 16 2/3 Hz weiterliefen mussten.
 


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