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Frage Würdet ihr den Beruf erneut wählen?



Blacklegit

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Hallo zusammen,

erstmal ein nettes Hallo in die Runde. Mein Name ist Kevin und ich würde mich gerne bei der DB Regio bewerben. Vorab habe ich mich natürlich damit vertraut gemacht und einige Vor und Nachteile erwägen können.
Nun würde ich aber gerne von "eingefleischten" Bahnern erfahren, würdet ihr diesen Job, hier speziell TfV erneut wählen? Wenn ja, warum? Wenn nein, warum?
Man kann sich hier und da im Netz, als beispiel YT informieren, aber direkt von den TfV eine antwort zu erhalten ist mir hier mehr wert.

Ich würde mich auf den Quereinstieg bewerben wollen. Hier habe ich gelesen, dass diese "Ausbildung" fordernd ist aber gut machbar wenn man am Ball bleibt.

Ich bin auf eure Erfahrungen und meinungen gespannt.

Viele liebe Grüße,

Kevin
 

Das Omen

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Von mir ein eindeutiges Ja. Auch ich bin bei Regio. Bin jeden Tag zu Hause, keine Auswärtigen Übernachtungen. Ich liebe es, Züge zu fahren, mir Landschaft und Natur anzuschauen, auch nach über 30 Jahren noch. Schichtdienst hat auch Vorteile. Behördengänge und viele andere Aufgaben für die Familie erledige ich einfach unter der Woche ohne dafür Urlaub nehmen zu müssen.
Aber ich habe auch eine tolle Frau, die die Nachteile der schichtarbeit seit knapp 20 Jahren klaglos akzeptiert. Da sich meine Hobbies Modellbahn, Garten, Reisen und Kino problemlos mit der Arbeit koordinieren lassen, ist das alles easy.
Solltest Du jedoch aktiv im Vereinsleben sein wird's schwierig. Oder auch wenn Du viele Freunde hast, die "Normalarbeiter " sind und jedes Wochenende Zeit füreinander haben.
Geld kommt pünktlich und solange man nicht in Metropolen wohnen muss kommt man auch recht gut aus damit

Gruß
Omen
 

Blacklegit

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Hey Ho Omen,

vielen Dank für deine Antwort.
Nun, ich habe nicht viele Freunde, also mein Freundeskreis ist beschränkt. Ergo, ich muss nicht jedes Wochenende feiern oder raus.
Die Zeit ist vorbei :p
Klar, Schichtbetrieb kann schlecht sein, sieht man aber auch die positiven Seiten, ist es gar nicht mehr sooo tragisch?!

Danke für deine Meinung.

LG,

Kevin
 

Blacklegit

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Kannst Du mir das erläutern?
Ich bin 28, hab noch enige Jahre vor mir.
Aber irgendwann will man halt auch ankommen.

LG
 

MD 612

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Nun würde ich aber gerne von "eingefleischten" Bahnern erfahren, würdet ihr diesen Job, hier speziell TfV erneut wählen? Wenn ja, warum? Wenn nein, warum?
Nicht TfV, sondern Tf, oder einfach Lokführer, aber das nur am Rande...

Und ja, ich würde den Beruf wieder wählen. Es war mein Traumberuf, und auch wenn sich vieles im Laufe der Zeit komplett und selten zum Besseren gewandelt hat und ich auch nur noch gelegentlich neben meiner derzeitigen Tätigkeit fahre, es macht immer noch Spass. Wer das über Jahrzehnte täglich macht, sieht das aufgrund des Schichtdienstes und ständig steigender Belastung durch die rasante Effizienzsteigerung in den Schicht- und Einsatzplänen möglicherweise anders. Andererseits bietet der Beruf immer noch Abwechslung, man erlebt jeden Tag was Neues, hat meist liebe Kolleginnen und Kollegen um sich (im Nah- und Fernverkehr mehr als in der Güterei), trägt trotzdem die Verantwortung ganz alleine, aber schon die Fahrt in einen Sonnenunter- oder -aufgang entschädigt dann für vieles. Und wenn man sich unter Quereinsteigern umhört, die schätzen eine regelmäßige, pünktliche und planbare Bezahlung, diverse Sozialleistungen, gegenüber vielen anderen Branchen deutlich mehr Urlaub, Wahlmodelle nach persönlichen Wünschen und eine gewisse soziale Sicherheit, wenn's mal gesundheitlich nicht mehr so läuft. Langjährige Eisenbahner vergessen das alles oft, weil es für sie Selbstverständlichkeiten sind. Quereinsteiger staunen dagegen eher, was es alles so gibt...

Aber man sollte auch ein gewisses Faible für den Beruf haben (andere nennen das eine gewisse Macke...) und das nicht nur einfach als Job sehen. Am Ende wird Dir hier keiner wirklich einen Rat geben können, die Entscheidung liegt alleine bei Dir.

Aber wenn Du's tust, wünsche ich Dir schonmal viel Erfolg in der Ausbildung, viel Spass auch in zehn und zwanzig Jahren noch und vor allem allzeit Gute Fahrt!!

Gruß Peter
 

Knallkopf

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Wenn es gesundheitlich nicht mehr so läuft ... was liest man den da irgendwo von real Beroffenen , die dazu auch erst einmal erklären , in welchen Status sie sind , ob nun Arbeiter , Angestellter oder Beamter und ob in einer Gewerkschaft und in welcher ? !
Ansonsten gibt es dazu ja hier schon genug Themenbäume dazu , ob wir es unseren Kindern empfehlen würden , Familie und Beruf usw. , da hat unser Neumitglied erst mal genug zu lesen .
 

Asgard

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Nie wieder. 40 Jahre unregelmäßigen Wechseldienst wegstecken? Schafft niemand ohne gesundheitliche Probleme in Kauf zu nehmen. Wer etwas anderes sagt lügt. Lügt dir frech ins Gesicht und versucht noch mehr aus der Zitrone rauszupressen. In Hessen zB gehen Landesbedienstete mit Wechselschicht mit 60 Jahren in den Ruhestand- die Bundessklaven (DB ist staatlich) müssen wie jeder Büroangestellte bis zum letzten Tag mit 67 ran. Wirst du krank und der Bahnarzt erzählt die du bist dauerhaft Fahrdiensttauglich, das geht schneller als man denkt, war es das. In den Büros sitzen genug Leute die Sessel platt, wenn du nichts Außergewöhnliches kannst bist du raus.

Wenn du auf ungeregeltes Leben, nicht planbare Freizeit, Verzicht auf Freunde, Verein, freie Wochenenden, freie Feiertage, auf Urlaub nach ständig wechselden Dienstplänen, geringe Wertschätzung von Seiten des AG stehst nur zu. Die Bezahlung ist für die Verantwortung und den Raubbau an deiner Gesundheit nicht üppig, in Ballungsgebieten, genau dort wo die meisten Dienststellen sind reicht es nicht für bezahlbare Wohnungen, also musst du zu jeder Tages- und Nachtzeit pendeln. Dann noch die Unsicherheit wie lange eine Verkehrsvertrag Bestand hat oder es zu einem Betreiberwechsel kommt der dir möglicherweise eine Angebot zu garantiert schlechteren Konditionen machen wird.

Lass es. Suche dir etwas das besser bezahlt wird und wo du in der Nacht, Wochenende und Feiertage zu Hause bist. Gibt es verdammt viele Stellen zu. Jeder sucht qualifiziertes Personal. Zu Anfang mag das toll klingen- der Traum der kleinen Buben auf der Lok mit tausenden PS unter dem Hintern die Welt erobern. Gerade bei Regio werden Teilnetze ausgeschrieben. Du fährst Tagein, Tagaus die gleiche Strecke stupide hin und her, her und hin und irgendwann stumpfst du so ab das du einfach keine Lust mehr hast.
 

MD 612

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Nie wieder. 40 Jahre unregelmäßigen Wechseldienst wegstecken? Schafft niemand ohne gesundheitliche Probleme in Kauf zu nehmen.
Dann sind das wohl Phantome, welche wir kürzlich bei uns nach über 45 Jahren Schicht- und Lokfahrdienst kerngesund in die wohlverdiente Rente verabschiedet haben??

Gruß Peter
 
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Knallkopf

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Und bei uns steht immer öfters die schwarze Sammelbüchse draußen , für mache , noch eine 50 gewesen ... oder kurz nach Altersteilzeit / Vorrente ...
Übrigens , als wir Mitte 20 waren und schon knappe 10 Bahnjahre in den Knochen , da hieß es noch Rente / Pension mit 55 ! Nun stehen wir kurz davor und sollen noch über 10 Jahre drauflegen ???
Wer jetzt mit , Mitte 20 , Anfang 30 zur Bahn geht , der sollte sich auch die Lohntabellen richtig anschauen und überlegen , wann er in der Endlohnstufen ( und wie groß diese Lohnsprünge sind und was wohl das Geld dann in 20 Jahren noch wert ist ) angelangt ist und die lange das Ende bis zur Rente dann noch sein kann ? Von den ganzen anderen Stolperfallen , jährlichen Prüfungen , Simulatorfahrten usw. wollen wir gar nicht erst anfangen .
 


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