Vereinbarkeit von Familie und Arbeit bei Bahnens

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Zugbeleidiger

Guest
Klage einer Eisenbahnerehefrau schrieb:
Hallo, ich muss mir jetzt mal Luft machen! Ich bin nun seit über 15 Jahren mit einem Vollblut-Eisenbahner verheiratet und weiß sehr wohl von Anfang an, dass hier arbeitstechnisch einiges anders läuft als in einem "normalen" Betrieb. Aber bei allem Verständnis dafür, dass auch an WE, nachts oder an Feiertagen Züge fahren und diese auch mit Personal besetzt sein müssen, was in letzter Zeit für Dienstpläne erstellt werden, ist der reinste Irrsinn! Da kann ich mich gleich scheiden lassen - wir sehen uns ja eh kaum noch und die Kinder erziehe ich alleine... Ich habe den Eindruck, dass die Stellen, die die Regeln für die Dienstpläne aufstellen, alles Singles sind, die noch bei Muttern wohnen! Wie sonst ist es zu erklären, dass es fast nur noch Dienstzeiten gibt, wo man weder früh noch abends bei der Familie sein kann und nicht mal EINE gemeinsame Mahlzeit am Tag hat. Ich rede hier gar nicht von Zeiten für Hobby, Freizeit, Teilhabe am gesellschaftlichen Leben oder schlicht dem eigenen Haushalt. Das ist ja eh Luxus... ! Bsp. 7:36-18:59 6:42-19:42 (am nächsten Tag!) und das an einem Wochenende, wo der Rest der Familie frei hätte... 15:42-00:20 und am gleichen Tag wieder 13:54-00:20 hinzu kommt ja auch noch der Arbeitsweg, der bei einigen Kollegen bis zu 1h einfache Strecke beträgt... bei solchen Dienstzeiten geht man, bevor die Kinder aufstehen und kommt wenn sie gerade wieder schlafen gehen oder man schläft selbst noch wenn sie gehen und ist bereits wieder weg wenn sie kommen. Dafür hat man dann gnädigerweise IN DER WOCHE freie Tage - toll, da ist aber der Rest der Familie unterwegs in Schule, Büro usw. Thema Weihnachtsurlaub - klar, dass über die Feiertage viele frei haben wollen und das dann eben NICHT IMMER geht. Aber hier scheint es ÜBERHAUPT NICHT zu gehen! Die Weihnachtsferien sind die EINZIGEN Ferien, die unsere 3 Kinder (und auch so ziemlich ganz Deutschland) gemeinsam haben, d.h. da hätten wir mal ALLE ZUSAMMEN frei und könnten mal die in ganz Deutschland verstreute Verwandtschaft besuchen. Aber nein - Weihnachtsurlaub wird prinzipiell abgelehnt und den Dienstplan für diese Zeit bekommt man kurz vorher sodass man auch nichts planen kann. Die Ferien sind 2,5 Wochen lang und in dieser Zeit ist es nicht möglich mal mind. 3 Tage am Stück frei zu bekommen?! Man wird angehalten, in den sog. urlaubsschwachen Zeiten Urlaub zu beantragen - HAHAHAHAHA !! Wir haben insgesamt 20 (!) - in Worten ZWANZIG - Wochen Ferien abzudecken, da unsere Kinder in verschiedenen Bundesländern in die Schule gehen. Und da sollen wir noch AUßERHALB dieser Zeiten Urlaub nehmen?! Wir können schon kaum Zeiten finden, um mal GEMEINSAM länger als 5 Tage in Urlaub zu fahren, ohne ein Kind aus der Schule zu befreien, geschweige denn noch in Urlaubsschwachen Zeiten! Wie stellt sich das der AG eigentlich vor? Sollen wir die Kinder in die Kühltruhe legen solange oder wie? Familien werden schon genug gestraft WEIL sie in den Hauptferienzeiten(und damit teuer) in Urlaub fahren MÜSSEN. Nun werden sie auch noch gestraft, in dem sie den Urlaub gar nicht erst bekommen - vielen Dank!! Wir versuchen, seit über 5 Jahren, über Weihnachten Urlaub zu bekommen weil wir mal über die Feiertage nach Skandinavien wollen (Winterurlaub eben) aber da reichen 3 freie Tage nicht aus, da muss man schon 2 Wochen am Stück haben. Und das muss man auch langfristig wissen, um rechtzeitig buchen zu können. Wenn die Kinder erst groß sind, brauchen wir das nicht mehr! Sie sind JETZT klein, nicht in 5 oder 10 Jahren! Wenn man dann die nicht genehmigten Tage "irgendwann" nehmen MUSS, wenn der Rest der Familie kein frei hat, ist das ja auch ein wahnsinniger Erholungseffekt! Ist den Herren Dienstplanerfindern schon mal in den Sinn gekommen, dass sich Vereinbarkeit von Beruf und Familei auch auf Gesundheit, Arbeitsleistung und Motivation auswirken kann? Sind die MA nichts wert? Kann sich ein Unternehmen wie die Bahn es sich auf Dauer leisten, nur noch unzufriedene MA auf die Reisenden loszulassen, die dann nur noch Dienst nach Vorschrift tun und jegliche Leidenschaft fürs Unternehmen verloren haben? Weiter so und die Bahn ist eher bankrott als sie Börse schreien kann....

Wie läuft das bei Euch so? Besser? Schlechter? Habt Ihr den Eindruck, Euer AG will da was verändern? Oder eher nicht?
Das es in unserm job sehr schwer ist, ein ordentliches Familienleben zu führen, wissen bzw. wußten wir schon. abert so extrem? Weihnachten nur zum schlafen zu Hause etc.?
Mich würde mal eure Meinung zu diesem Thema interessieren. Auch die Gewerkschaftsvertreter sind ausdrücklich aufgefordert, sich zu diesem Thema zu äußern. Was wurde bzw. wird zuv diesem Thema vo Seiten der Gewerkschaften und BR unternomen mit (bisher) welchem Ergebniss?
 
K

Keks

Guest
AW: Vereinbarkeit von Familie und Arbeit bei Bahnens

Den Beitrag sollte man mal an Grube und allen hauptamtlichen Gewerkschaftsfuzzis schicken!

Und ja, bei mir ist es auch genauso!
 

Stefan Hegering

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AW: Vereinbarkeit von Familie und Arbeit bei Bahnens

Also in dem letzten Jahr habe ich das ähnlich empfunden und am eigenen Leib erfahren dürfen , wobei meine Frau das alles noch relativ gut mitmacht. Dem Text ist nicht viel hinzuzufügen, er triftt alles auf den Punkt.
 

Krayzee

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AW: Vereinbarkeit von Familie und Arbeit bei Bahnens

Das hat meine Frau vor der Hochzeit gewusst, wie es bei Bahnern so ausschaut.
 

Gelöschtes Mitglied

Gelöscht
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AW: Vereinbarkeit von Familie und Arbeit bei Bahnens

Was soll man da noch dazu sagen, sie hat Recht und sie hats eigentlich auch vorher gewusst.

Ich habe die Hoffnungen auf familienfreundliche Arbeitsbedingungen aufgegeben, da niemand wirklich ein Interesse daran zeigt und wirklich nach Lösungen suchen möchte....als Beispiel gehe ich nun schon das vierte Jahr in Folge Weihnachten und Silvester komplett arbeiten, wie geht das? Wie kann es sein das Dienstpläne nicht mehr weiterrucken. Unser BR hat kein Interesse eine Lösung herbeizuführen....man könnte sich ja bei anderen abgucken wie die das so machen.

Also heißt es wieder hoffen das die eine oder andere Schicht ausfällt...wie jedes Jahr.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf? Vergesst es einfach!!!! Als Lokführer sollte man lieber Single bleiben.
 

maulendesmammut

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AW: Vereinbarkeit von Familie und Arbeit bei Bahnens

Bei uns wird das relativ entspannt geregelt. Diejenigen, die am Heiligen Abend und den Weihnachtsfeiertagen arbeiten, haben Silvester/Neujahr frei und umgekehrt. Urlaubsanträge werden in diesem Zeitraum aber generell nicht genehmigt, wobei die Führungsebene da bei besonderen Fällen aber durchaus mit sich reden ließe.
 

Knallkopf

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AW: Vereinbarkeit von Familie und Arbeit bei Bahnens

@ Sven0403,

und andersrum haben dann wohl immer dieselben zu Weihnachten und Silvester frei ?
 

valenca

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AW: Vereinbarkeit von Familie und Arbeit bei Bahnens

Wieviele Seiten soll ich schreiben? Das sind viele Themen vermischt und die Hintergründe, welche Einsatzstelle, warum, was sagt der BR ......... Arbeitszeitgesetz, Tarifvertrag und betriebliche Mitbestimmung sind Wochenseminar.

Im ProzessTV 2009 und auch im Entwurf ZukunftTv steht drinn, dass betriebliche Belange und persönliche GLEICHRANGIG sind. Daran hält sich aber kein Planungs-System und das ist im System nichtbabbildbar. Aber Produktivität ist abbildbar. Da könnt ich ein paar Seiten schreiben.....
Heute erst wieder eine Anfrage. Zwei Jahre lief es gut, jetzt wird anders geplant, warum, wenn es besser geht muss es besser gemacht werden. Beruf und Familie sind nicht nur Schlagworte und "nachhaltiger Umgang" mit der Arbeitskraft ist mehr als Mindeststandards in Gesetzen einzuhalten... Wenn man unter die besten Arbeitgeber Deutschlands will und das ernst meint, muss man da auch was tun. Habe da aber so meine Zweifel. Da wird sich einiges ändern müssen, wenn man das ernst meint.


Und zum Thema Urlaub! Lieblingsthema von mir. Wenn das tatsächlich so läuft, schon gesetzeswidrig........... Aber ich weis nicht wo und ob tatsächlich. Ich weis nur, dass ich bei Schulungen da immer wieder Reaktionen habe......

Bundesurlaubsgesetz der Arbeitnehmer beantrag, der Arbeitgeber HAT zu genehmigen, es sei den, dann folgen nur 2 Ablehnungsgründe!

Gruß Valenca
 

Gelöschtes Mitglied

Gelöscht
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AW: Vereinbarkeit von Familie und Arbeit bei Bahnens

@ Sven0403,

und andersrum haben dann wohl immer dieselben zu Weihnachten und Silvester frei ?

Das weiß ich nicht...

- - - - Beiträge automatisch zusammengeführt - - - -

Im ProzessTV 2009 und auch im Entwurf ZukunftTv steht drinn, dass betriebliche Belange und persönliche GLEICHRANGIG sind.


Schöne Theorie....doch die Praxis wird uns wieder mal eines besseren belehren.

ZukunftsTV hat der überhaupt eine Zukunft, passiert da bei euch noch was...?
 

VT605

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AW: Vereinbarkeit von Familie und Arbeit bei Bahnens

Durch unsere Urlaubsgruppenregelung könnte man bei uns alle 3 Jahre Urlaub über Weihnachten/Silvester einreichen, trotzdem kann natürlich zur gleichen Zeit nur eine begrenzte Zahl an Mitarbeitern gleichzeitig Urlaub haben.
 

AOG

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AW: Vereinbarkeit von Familie und Arbeit bei Bahnens

Wenn man in einer Branche arbeitet, die 365 Tage/24 Stunden einen Kundendienst erbringt, kann man kein geregeltes Familienleben haben.

[SK]Die einzige Lösung wäre, den Eisenbahnbetrieb von Montag - Samstag 8:00 Uhr bis 20:00 Uhr festzulegen. Sonntags und Feiertags ruht der Bahnverkehr. [/SK]
 

McChester

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AW: Vereinbarkeit von Familie und Arbeit bei Bahnens

[SK]Die einzige Lösung wäre, den Eisenbahnbetrieb von Montag - Samstag 8:00 Uhr bis 20:00 Uhr festzulegen. Sonntags und Feiertags ruht der Bahnverkehr. [/SK]


Bei der Israelischen Eisenbahn ruht am Sabbat der Eisenbahnbetrieb komplett. Wenn man es will geht das also schon. Nur will in unserer Konsumgesellschaft nun mal keiner auf die Annehmlichkeiten verzichten, die er sonst auch hat... Ich nehm mich selbst da nicht aus.
 
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Zugbeleidiger

Guest
AW: Vereinbarkeit von Familie und Arbeit bei Bahnens

Das es doch besser ginge, zeigt doch der Blick über den Tellerrand. Wie siehts denn Rechts und Links aus von uns? Wie siehts den mit dem Bahnverkehr an Heiligabend aus in anderen Ländern? Wenn meine Infos stimmen, dann fährt da wesentlich weniger.
Auch bei uns gab und gibt es genügend Verbesserungsvorschläge, wie man es besser oder anders machen könnte. Nur sind die angeblich immer nicht umsetzbar. Nach meinen Informationen gibt es ein Nachbarland von uns, in dem das Zub bis zuz einer gewissen Zeit wieder an seiner Heimatdienststelle ist am Heilig Abend.. Mit ein bisschen guten willen könte ich mir vorstellen, ginge das auch bei uns....

Beispiel Bestzungszeiten von Service Point und 3S Zentralen. Die MA vor Ort im täglichen Kundenkampf wissen doch genau, ab wann es an den Feiertagen ruhiger wird bzw. nix mehr los ist. Warum fragt man nicht mal diese MA und gestaltet die Dienstpläne entsprechend? Oder Beispiel aus meinem Bereich (Zub): Warum müssen denn Züge fahren, die nach Mitternacht erst am Zielbahnhof ankommen? Da fährt doch keine Sau mehr mit. Oder vor 6:00 Uhr starten...
Daqbei rede ich vom FV nicht vom ÖPNV...
 

rainer

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AW: Vereinbarkeit von Familie und Arbeit bei Bahnens

Wenn man in einer Branche arbeitet, die 365 Tage/24 Stunden einen Kundendienst erbringt, kann man kein geregeltes Familienleben haben.
[SK]Die einzige Lösung wäre, den Eisenbahnbetrieb von Montag - Samstag 8:00 Uhr bis 20:00 Uhr festzulegen. Sonntags und Feiertags ruht der Bahnverkehr. [/SK]

...Gaststätten, Krankenhäuser, Kraftwerke, Rettungsdienste, Feuerwehren usw. - wer Lf/Zf/Fdl usw. werden will, weis vorher was ihn erwartet. Wer nicht mehr klar kommt sollte sich verändern... (Jammern: Mo-Fr von 8 -14)
 

AOG

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AW: Vereinbarkeit von Familie und Arbeit bei Bahnens

Bei der Israelischen Eisenbahn ruht am Sabbat der Eisenbahnbetrieb komplett. Wenn man es will geht das also schon. Nur will in unserer Konsumgesellschaft nun mal keiner auf die Annehmlichkeiten verzichten, die er sonst auch hat... Ich nehm mich selbst da nicht aus.

[IRO]Lass das mal nicht die GRÜNEN hören. Die fordern dann, das auch muslimische Feiertage mit aufgenommen werden. [/IRO]
 

Gelöschtes Mitglied

Gelöscht
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AW: Vereinbarkeit von Familie und Arbeit bei Bahnens

Wenn man in einer Branche arbeitet, die 365 Tage/24 Stunden einen Kundendienst erbringt, kann man kein geregeltes Familienleben haben.

Wenn man für Kunden wie dich seine Feiertage opfert dann weiß man doch das es einem so richtig gedankt wird.....sei froh das wir uns nicht persönlich kennen!!!

- - - - Beiträge automatisch zusammengeführt - - - -

...Gaststätten, Krankenhäuser, Kraftwerke, Rettungsdienste, Feuerwehren usw. - wer Lf/Zf/Fdl usw. werden will, weis vorher was ihn erwartet. Wer nicht mehr klar kommt sollte sich verändern... (Jammern: Mo-Fr von 8 -14)

Siehste und darum verschlimmert sich alles nur noch, weil Leute in deinen (Ex) Kreisen genau diese Denke haben und hatten...die sitzen ja in der Mehrzahl Heiligabend unterm Baum....wer so an das Problem heran geht kann nichts verbessern.
 

siradlib

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AW: Vereinbarkeit von Familie und Arbeit bei Bahnens

Wenn man in einer Branche arbeitet, die 365 Tage/24 Stunden einen Kundendienst erbringt, kann man kein geregeltes Familienleben haben.

[SK]Die einzige Lösung wäre, den Eisenbahnbetrieb von Montag - Samstag 8:00 Uhr bis 20:00 Uhr festzulegen. Sonntags und Feiertags ruht der Bahnverkehr. [/SK]

Das wäre dann aber die radikalste Lösung.
Es könnten sich aber auch Lösungen ähnlich den "rotierenden Schichten" finden lassen- dann hätte zumindest jeder alle paar Jahre mal die Chance auf Weihnachtsurlaub mit Familie. Nicht toll, aber besser als nix. Und wenn langfristig rotiert würde, könnte man auch langfristig planen.
 

liebe70

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AW: Vereinbarkeit von Familie und Arbeit bei Bahnens

Zunächst zur Form des Textes: Es ist etwas anstrengend zu lesen, da er keine Absätze enthält, die das Ganze etwas "auflockern". Das strengt die Augen zu sehr an.

Zum Inhalt des Textes: Es sind einige Fakten drin, die der Eisenbahner seiner Frau anhand den Arbeitszeitgesetzes und des Tarifvertrages hätte erklären können. Damit meine ich diese Textpassage:
...Ich habe den Eindruck, dass die Stellen, die die Regeln für die Dienstpläne aufstellen, alles Singles sind, die noch bei Muttern wohnen!...
Bsp. 7:36-18:59 (und am nächsten Tag!) 6:42-19:42 ... und das an einem Wochenende, wo der Rest der Familie frei hätte... 15:42-00:20 und am gleichen Tag wieder 13:54-00:20 hinzu kommt ja auch noch der Arbeitsweg, der bei einigen Kollegen bis zu 1h einfache Strecke beträgt...
Bekanntlich ist die Stelle, welche die "Regeln für die Dienstpläne" aufstellt, einerseits der Gesetzgeber (wegen dem ArbZG) und andererseits die jeweilige Gewerkschaft als Tarifvertragspartei (z.B. die EVG beim FGr5-TV für das Zub). Es gibt dann noch einen Programmierer, der diese Bestimmungen in das von der DB gekaufte Programm von Carmen Systems (ist mittlerweile eine Tochter von Boeing) zur Optimierung des Mitarbeitereinsatzes einpflegt und auf aktuellem Stand hält.

Die von Dir genannten Beispiele bewegen sich beide innerhalb des gesetzlich und tarifvertraglich festgesetzten Rahmen. Falls da etwas geändert werden sollte, ist es möglich wahlweise auf den Gesetzgeber (über den für Deinen Wahlkreis zuständigen Volksvetreter aus Bundesebene) einzuwirken oder Du wendest Dich an die Gewerkschaft, die diesen Tarifvertrag abgeschlossen hat. Wie letzteres funktioniert, wurde hier oft genug erklärt; die "Dienstwege" innerhalb der GDL und der EVG sollten gleich sein.


Thema Weihnachtsurlaub - klar, dass über die Feiertage viele frei haben wollen und das dann eben NICHT IMMER geht. Aber hier scheint es ÜBERHAUPT NICHT zu gehen! ... Aber nein - Weihnachtsurlaub wird prinzipiell abgelehnt und den Dienstplan für diese Zeit bekommt man kurz vorher sodass man auch nichts planen kann.
Diese Aussage ruft bei mir Unverständnis hervor. Meines Wissens gibt es zumindest für den Fernverkehr eine Betriebsvereinbarung zur Urlaubsplanung. In dieser Betriebsvereinbarung steht drin, daß
  • zu Beginn der Urlaubsplanung der Ruhetagsspiegel mit allen feastgelegten 56er und 72er Ruhen für das folgende Fahrplanjahr dem Mitarbeiter ausgehändigt wird (siehe §4 GBV Carmen)
  • es bestimmte Urlaubsgruppen gibt, in die der Mitarbeiter eingeordnet wird, so daß jeder mal in den Genuß der freien Auswahl der Ferientermine kommt.
  • jeder Mitarbeiter nur einen vorher definierten Ferienblock verplanen darf
  • Urlaubsansprüche entweder für Weihnachten oder für Silvester gestellt werden dürfen (einzige Ausnahme: es handelt sich um den Jahresurlaub)
  • es bei Unstimmigkeiten zur Urlaubsplanung eine schriftliche Einspruchsmöglichkeit des Mitarbeiters beim Servicecenter Zub bzw. anderen vorher definierten Stellen gibt.
Die Weihnachtsfeiertage liegen in der jeweils ersten Planungsperiode des neuen Fahrplanjahres. Hierfür kann der Mitarbeiter (das ist wohl von Einsatzstelle zu Einsatzstelle verschieden) bestimmte Tage als Freizeitwünsche angeben, die im Regelfall durch die Vorplanung berücksichtigt werden. Bei Unstimmigkeiten sollte der Betriebsrat der passende Ansprechpartner sein.

Man wird angehalten, in den sog. urlaubsschwachen Zeiten Urlaub zu beantragen - HAHAHAHAHA !! Wir haben insgesamt 20 (!) - in Worten ZWANZIG - Wochen Ferien abzudecken, da unsere Kinder in verschiedenen Bundesländern in die Schule gehen.
Bei allem Verständnis, aber das sollte nun wirklich nicht das Problem des Arbeitgebers sein. Man kann durchaus seine Kinder beide im gleichen Bundesland zur Schule schicken. Das funktioniert sogar in Berlin, Bremen und Hamburg.

Wir versuchen, seit über 5 Jahren, über Weihnachten Urlaub zu bekommen weil wir mal über die Feiertage nach Skandinavien wollen (Winterurlaub eben) aber da reichen 3 freie Tage nicht aus, da muss man schon 2 Wochen am Stück haben. Und das muss man auch langfristig wissen, um rechtzeitig buchen zu können.
Siehe meine Ausführungen weiter oben, in Urlaubsgruppe 1 und als Jahresurlaub sollte das kein Problem darstellen.

Wie läuft das bei Euch so? Besser? Schlechter? Habt Ihr den Eindruck, Euer AG will da was verändern? Oder eher nicht?
Zunächst einmal: Ob der Arbeitgeber von sich aus etwas ändern "will" , wage uich zu bezweifeln. Er hat so viele andere Baustellen in seinem Unternehmen, da wird er freiwillig nichts ohne Not ändern. Das geht nur mit Druck. Hier ist dann die jeweilige Gewerkschaft gefragt, wahlweise die GDL oder die EVG. Ob die da nun Handlungsbedarf sehen, weiß ich nicht. Wenn der Mitarbeiter Handlungsbedarf sieht, muß er sich bewegen und der Gewerkschaft Druck machen.

Bei mir läuft das bisher (noch) problemlos, sowohl die Urlaubsplanung als auch das Blocken der Freizeitwünsche. Wenn unsere beiden "Urgesteine" in der Vorplanung irgendwann aus unterschiedlichen Gründen weg sind, dann sehe ich allerdings schwarz.

Das es in unserm job sehr schwer ist, ein ordentliches Familienleben zu führen, wissen bzw. wußten wir schon. abert so extrem? Weihnachten nur zum schlafen zu Hause etc.?
Das ist die Folge der verfehlten Personalpolitik der Vorgänger des amtierenden Vorstandsvorsitzenden - und solange "Emporkömmlinge" und andere Nichtskönner an den Schlüsselstellen der Planung sitzen, passiert da auch nichts. Früher waren die von Dir beschriebenen Zustände die Ausnahme, heute ist es leider die Regel.

[OT]Ich hatte Ostern frei: Mittwoch vor Ostern - und dann erst wieder Dienstag nach Ostern. Wundervoll! :31: [/OT]

Der Einsatzstelle Hannover gingen von heute auf morgen, fast über Nacht ,so um die 50-70 Zub "verloren". Der Aufschrei hallte bis nach Berlin, so daß der große Cheffe sich persönlich nach Hannover bemühte.
Ob es was geholfen hat? Keine Ahnung. In Berlin fehlen beispielsweise täglich(!) um die 10-12 Personale. Andererseits gibt es Zub (Bx), die immer noch Minusstunden haben.

Mein Gruppenleiter fragte mich, ob ich mir nicht einen Teil der Überstunden auszahlen lassen oder diese Stunden vollständig auf das - bei mir nicht vorhandene - Langzeitkonto/Wertguthabenkonto/was-auch-immer-Konto übertragen wolle. Als ich beides ablehnte, drohte er (so faßte ich es zumindest auf), daß ich dann mit den Stunden runtergefahren werde. Sollte er (also der AG) das gegen meinen Willen tun, dann weiß ich mich bestimmt zu wehren. :16:

Mich würde mal eure Meinung zu diesem Thema interessieren. Auch die Gewerkschaftsvertreter sind ausdrücklich aufgefordert, sich zu diesem Thema zu äußern. Was wurde bzw. wird zuv diesem Thema vo Seiten der Gewerkschaften und BR unternomen mit (bisher) welchem Ergebniss?
Welche Gewerkschaftsvertreter genau? Die haben doch mit sich selbst und idiotischen Kleinkriegen gegen anderen Gewerkschaften genug zu tun. Da stört der kleine Mitarbeiter doch nur. Außerdem sind Gehaltserhöhungen wichtiger, da man damit indirekt über den Mitgliedsbeitrag des einzelnen Gewerkschaftsmitglieds sein eignes Säckel füllen kann.

Und der Betriebsrat... Der ist im Grunde genommen eine ganz arme Sau. Er kann nur prüfen, ob die gesetzlichen und tarifvertraglichen Bestimmungen eingehalten werden und danach den Einsatzplan unterschreiben oder nicht. In letzterem Fall fährt der Zub den Mist trotzdem.
Parallel wird zwar die Schlichtungsstelle angerufen, die zu 99% bestätigt, daß der Plan falsch ist/war, aber ehe der BR reagieren kann, ist die Planungsperiode vorbei und das Spiel beginnt von vorn.

Damit der Mitarbeiter nicht dem AG oder einem AG-freundlichen BR nahezu hilflos ausgeliefert ist, sollte er eine vernünftige Rechtsschutzversicherung haben. Außerdem sollte er unbedingt seine Mitbestimmungsrechte bei Dienstplanänderungen wahrnehmen.

[OT]Ich war bisher so blöde und habe es nicht getan. Dann wurde plötzlich ungefragt das Dienstende um 90 Minuten nach hinten verlegt und bei einer anderen Schicht wurde meine schon knappe Ruhezeit von etwas mehr als 12 Stunden auf knapp über 11 Stunden verkürzt. Grund für die Veränderungen waren nicht etwa irgendwelche Naturkatastrophen, sondern das Inkrafttreten von irgendwelchen Fplo wegen Bauarbeiten oder anderen Gründen. Weder wurde der BR an der Schichtänderung beteiligt, noch wurde ich gefragt. Zwar wurde ich im ersten Fall der Dienstzeitverlängerung informiert, aber im zweiten Fall bei der Verkürzung der Ruhezeit noch nicht einmal das.
Die Zeiten sind bei mir nun auch vorbei, daß ich alles klaglos mitmache.[/OT]
 

Vmax

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AW: Vereinbarkeit von Familie und Arbeit bei Bahnens

Mit ein bisschen guten willen könte ich mir vorstellen, ginge das auch bei uns....

Richtig,so ginge es.Nicht für jeden jedes Jahr,doch besser und ein wenig gerechter für alle.
Allein der Wille dazu fehlt,da so eine Planung ziemlich aufwendigist und je nach größe der Diensstelle Tage-
wenn nicht Wochenlang dauert.
Und das jedes Jahr aufs neue und fortlaufen damit eine gerechtere Verteilung stattfinden kann.
Für sowas sind gar keine MA eingplant,vorhanden,bezahlbar sagt der AG(von einzelnen Ausnahmen abgesehen)

Vereinbarkeit von Familie und Beruf,das höchste Gut sind unsere Mitarbeiter oder Top Arbeitgeber - Deutsche Bahn AG
klingt gut und läßt sich schön medienwirksam verkaufen.
Fordert man dass aber ein, stellt man sich auf die Hinterbeine,verseckt sich hinter Kosten,Zeitdruck,fehlenden MA
die sowas planen konnen und meinem Lieblingssatz.

Sie haben doch gewußt auf was sie sich einlassen als sie diesen Beruf gewählt haben.

Für den einzelnen MA ist es kaum möglich seine berechtigten Forderungen gegenüber dem AG durchzusetzen,
dafür gibt es aber BRs.
Und genau der sollte Druck machen um zu einer Regelung zu kommen,die dem
Leitsatz "Vereinbarkeit von Familie und Beruf" wenigstens ein kleines Stück näherzukommt.

Warum fragt man nicht mal diese MA und gestaltet die Dienstpläne entsprechend?

Das hat man früher gemacht,kenn ich noch ,als es noch eine "Eisenbahn gab,als meine Vorgesetzten noch
"Eisenbahner"waren und die Meinungen,Hinweise,und Ratschläge nicht nur "angehört" sondern soweit möglich
auch umgesetzt wurden.
Heute bei DB Mobility Networks Logistics hat sich die Unternahmenskultur geändert und manchmal ist es
ein elend langer Weg bis die "Stimmen"von unten gehört werden.

Meistens erst ,wenn man mehrmals gegen eine "Wand gelaufen" ist, erkennt man dann, das ein wenig
zufriedenere MA eigentlich auch eine gute"Kapitalanlage" sein können.
Da sich sowas aber nicht im Vorfeld konkret planen und berechnen läßt(Gewinn-Verlust) tut man sich
ziemlich schwer damit.

Vmax
 

Vmax

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@liebe70

Und der Betriebsrat... Der ist im Grunde genommen eine ganz arme Sau. Er kann nur prüfen, ob die gesetzlichen und tarifvertraglichen Bestimmungen eingehalten werden und danach den Einsatzplan unterschreiben oder nicht. In letzterem Fall fährt der Zub den Mist trotzdem.
Parallel wird zwar die Schlichtungsstelle angerufen, die zu 99% bestätigt, daß der Plan falsch ist/war, aber ehe der BR reagieren kann, ist die Planungsperiode vorbei und das Spiel beginnt von vorn.

Sorry das sehe ich nicht so.
Es gibt genügend Möglichkeiten für einen BR bei Schichten,Einsatzplänen,Urlaubsregelungen oder "Feiertagsreglungen"
Forderungen zu stellen und durchzusetzen.
Man muß nur seine Rechte als BR kennen und den Mut haben sie auch durchzusetzen.

Sicherlich wird auch eine Einigungstelle den Bahnverkehr nicht einstellen und abgelehnte Dienstpläne vorerst in Kraft setzen,
gleichzeitig wird aber dort die weitere Verfahrensweise verhandelt.
Beispiel:letztes Jahr Dezember -> Einigungsstelle

- Eisatzpläne in Kraft gesetzt
- Festlegung aus der Einigungsstelle bis Ende Januar neue Schichten und Pläne zu bauen
- Festlegung aus der Einigungsstelle an welchem Tag Anfang Februar die neuen Pläne und Schichten eingeführt sein müssen
- für die Belastungen der MA durch die Pläne/Schichten ,bis Ende Januar, ein zusätzlicher Freier Tag pro MA,
frei verfügbar für jeden MA im Jahr 2012

Also nicht ganz arme Sau,unterschreiben oder nicht.
Man muß nur wollen und sich dahinterklemmen.

Ansonsten volle Zustimmung zu deinem Beitrag.

Vmax
 


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