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Frage Pfefferspray im Zug- erlaubt?



muller1

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Hi an die Foris
Mich würd interessieren, ob es erlaubt ist, in der Bahn ein Pfefferspray bei sich zu haben. Neulig erst war ich im Zug und 2 Jugendliche haben sich um eine jüngere Frau rumgetrieben, sie beschimpft (da sie wohl Ausländerin war, kA) usw. ich bin dann aufgestanden, hab mein Pfefferspray genommen und bin dann zu ihnen und habe sie gefragt, ob sie sich nicht von der armen Frau etfernen könnten, worauf dann ich zu ihrer Zielscheibe wurde. Ich nahm dann das Pfefferspray und drohte zu sprühen, worauf sie sich entfernten. In der nächsten Station kamen 2 Polizisten rein, weil sie fragen wollten was passiert ist, worauf ich alles erzählt habe so wie es war. Mir wurden dann einige unangenehme Fragen gestellt( recht provokativ) und mir wurde ne einzeige wegen Drohung mit einer Waffe ausgehändigt. Es handelt sich um so ein KO Pfefferspray http://www.pfefferspray-kaufen.com/allgemein/pfefferspray-in-der-apotheke-kaufen-21.html für welches ich auch eine Bescheinigung habe. Der Grund war: Tragen einer Waffe im Zug (!?!?) Kennt sich hier vllt. jemand damit aus? lg
 

Martin

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Reizstoffsprühgeräte "Pfeffersprays" zum Einsatz gegen Menschen (wie sie etwa die Polizei benutzt) sind eine Waffe und dürfen von nicht berechtigten Personen auch nicht geführt werden.
Das was verkauft und auch mitgeführt werden darf, sind ausnahmslos zugelassene Tierabwehrsprays. Auch wenn es teils die exakt gleichen Geräte und Inhaltsstoffe sind, die Deklaration und Zwecksbestimmung ist die Tierabwehr.
Eine Anwendung gegenüber Menschen kommt ausschließlich im Rahmen der Notwehr in Betracht. Du wurdest nach deiner eigenen Schilderung jedoch überhaupt nicht angegriffen.

Das was du gemacht hat ist nicht in Ordnung, der Frau helfen durch Worte etc. ist alles erwünscht und auch völlig in Ordnung. Auch der Einsatz des Sprays in einem geschlossenen Raum wird nicht ohne Folgen für alle Personen sein.

Ich sehe die Maßnahmen der Polizei als vollkommen gerechtfertigt an.
 

liebe70

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Eine Anwendung gegenüber Menschen kommt ausschließlich im Rahmen der Notwehr in Betracht.
Soweit korrekt.

Du wurdest nach deiner eigenen Schilderung jedoch überhaupt nicht angegriffen
Nicht? Was beschreibt denn dann seine Aussage: "...worauf dann ich zu ihrer Zielscheibe wurde." Ein verbaler Angriff ist auch ein Angriff.

Das was du gemacht hat ist nicht in Ordnung, ...
Nicht ganz, denn die Nothilfe gehört zur Notwehr dazu. Im StGB §32 steht dazu:
"(1) Wer eine Tat begeht, die durch Notwehr geboten ist, handelt nicht rechtswidrig.
(2) Notwehr ist die Verteidigung, die erforderlich ist, um einen gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff von sich oder einem anderen abzuwenden."
Das von mir Hervorgehobene nennt man umgangssprachlich Nothilfe - und das ist erlaubt.

...der Frau helfen durch Worte etc. ist alles erwünscht und auch völlig in Ordnung.
Ja und nein. Zum Zeitpunkt des verbalen Angriffs sollte sie auch zunächst verbal unterstützt werden. Man kann ihr auch körperlichen Schutz anbieten und weitere Passanten/Reisende ebenfalls um Hilfe bitten.
Was jedoch gar nicht geht, ist zu diesem Zeitpunkt die Angreifer gleich mit Reizgas/sonstigem bedrohen. Eskaliert das Ganze und artet zur Tätlichkeit aus, dann darf man durchaus die Fäuste schwingen, um sich bzw. andere zu schützen.

Auch der Einsatz des Sprays in einem geschlossenen Raum wird nicht ohne Folgen für alle Personen sein
Das merkt man spätestens dann, wenn man es selbst abbekommt.

Ich sehe die Maßnahmen der Polizei als vollkommen gerechtfertigt an.
Ich nicht. Ihn befragen ist okay, ihm das Pfefferspray abnehmen eventuell schon nicht mehr. Wenn das Pfefferspray eindeutig als Tierabwehrspray gekennzeichnet ist, ist es keine Waffe mehr. Das geht hier nicht eindeutig hervor. Von daher ist die Anzeige ggf. auch nicht gerechtfertigt.

Um das endgültig zu klären, sollte umgehend Rechtsbeistand (Gang zum Rechtsanwalt) eingeholt werden.

PS: Solche "Bescheinigungen", daß man das Pfefferspray miot sich führen darf, sind für'n A.... . Wenn es verboten ist, nützt einem die Bescheinigung eh nichts und wenn es erlaubt ist (da Tierabwehrspray - muß auf der Dose draufstehen!), dann brauche ich keine Bescheinigung. Das ist bloßer Dummenfang und maximal verkaufsfördernd.
 

Martin

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Nicht? Was beschreibt denn dann seine Aussage: "...worauf dann ich zu ihrer Zielscheibe wurde." Ein verbaler Angriff ist auch ein Angriff.


Was jedoch gar nicht geht, ist zu diesem Zeitpunkt die Angreifer gleich mit Reizgas/sonstigem bedrohen. Eskaliert das Ganze und artet zur Tätlichkeit aus, dann darf man durchaus die Fäuste schwingen, um sich bzw. andere zu schützen.
Laut OP wurde von ihm das Reizgas gezogen bevor die Täter überhaupt etwas mit ihm zu tun hatten. Und da halte ich für nicht gerechtfertigt.

Eben, genau das ist mein Kritikpunkt. Ich kann nicht versuchen einen Konflikt zu schlichten und als ERSTE Maßnahme mit dem Einsatz eines Pfeffersprays drohen. Genau das ist hier aber offenbar erfolgt, so lese ich das zumindest.
 

Mare Stellaris

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Mal schauen, was Kommissar Bahnstern dazu sagt.:003:
 

macmoldis

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http://www.pfefferspray-kaufen.net/ist-pfefferspray-legal/

... legal wenn:
- der Pfefferspray als Tierabwehrspray gekennzeichnet ist
- der Pfefferspray zum Zweck der Bereithaltung zur Tierabwehr geführt wird


Wenn du also bei der Befragung sagst, du hast das Pfefferspray bei dir,
um dich im Falle eines (Menschen-)Überfalls wehren zu können, wirds schon wieder eine Waffe ;-)

... wenn du aber einen Menschen-Angriff abwehrst, darfst du auch das Tierabwehrspray einsetzen
 
Zuletzt bearbeitet:

zp9

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Unabhängig davon ob Waffe oder nicht!

Es wird wahrscheinlich darauf hinauslaufen das durch den Einsatz des Pfeffersprays im Zug auch Unbeteiligte betroffen werden könnten...

Da spielt es auch keine Rolle ob es als Tierabwehrspray oder als "Personenschutz" deklariert wurde...

Gut gemeint ist hier mal wieder nicht gut gemacht, obwohl das Ziel ja erreicht wurde...

Auf der anderen Seite zeigt das Beispiel mal wieder deutlich in welche Situation man durch Hilfsbereitschaft / Gutmütigkeit kommen kann. Wenn da jetzt wirklich was nach kommt überlegt man sich doch ob man nächstes Mal evt. nicht so genau hinschaut...
 

Asgard

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Im Fall einer Notwehr bzw. Nothilfe nach §32 StGB kasst Du nehmen was gerade zur Hand ist. Egal ob "Tierabwehrspray", Regenschirm, Taschenlampe, Flasche, Dachlatte, Bierkrug. Völlig egal. Das einzige was man beachten muss ist, dass man ausschließlich den gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff auf sich selbst oder einen Dritten mit dem Hilfsmittel beenden darf. Auf gut deutsch- wenn Du einem Angreifer eins mit der beliebten Stabtaschenlampe überbrätst und er wegen dem Schlag auf dem Boden liegt, darfst Du nicht nochmal draufschlagen. Wenn er wegen dem Schlag bleibende Schäden erleidet- Pech für ihn. Für solche Fälle gibt es §33 StGB.

Viel wichtiger ist wie hier aufgezeigt Zivilcourage zu zeigen. In dem Fall haben sich die Pöbler den falschen ausgesucht. Gut so. Es sehen viel zu viele weg.

Leider wissen unsere Cops auch nicht allzuviel zum Thema Notwehr und sind vielfach mit den Situationen überfordert. Sie deklarieren aus Prinzip erst mal alles als Waffe was dazu geeignet ist die Abwehrfähigkeit eines Gegenübers herabzusetzen. Wobei im Fall von Pfefferspray Unbeteiligte etwas abbekommen könnten, da die billigeren Sprühgeräte ihren Inhalt recht großflächig verteilen. Das wäre dann nicht mehr durch den Notwehrparagraphen gedeckt, sondern, wenn es Unbeteiligte betrifft, fahrlässige Körperverletzung.

Zum Thema gibt es sehr viele Urteile. Hier ein aktuelleres [DLMURL="http://www.justiz.nrw.de/JM/Presse/presse_weitere/PresseOLGs/16_08_2013/index.php"]Urteil[/DLMURL] des OLG Hamm zum Thema Wahl des Abwehrmittels.
 

drecksack

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Hallo,

Wenn ihr Zub´s,Tf´s Zeit und Lust habt dann geht zum Ju Jutsu(auch Jiu Jitsu) das ist Selbstverteidigung wie es die Polizisten lernen.Dann braucht Ihr kein Pfefferspray oder sonstiges Zeugs.Is allemal besser als Kegelclub.
Keine Angst da sind keine Kampfmaschinen,sondern Leute wie Ihr, ganz normale Menschen die sich verteidigen wollen und den Gegner kontrollieren lernen.
Beamte können sich die eine Stunde,die Ihnen pro Woche zusteht evtl. auch als Arbeitszeit schreiben lassen

Ju Jutsu=sanfte Kunst,ähnlich Judo
Jiu Jitsu=sanfte Kunst wie oben,teils andere Techniken.
Vor allem stärkt es den Geist und macht Fit gegen Angriffe verschiedener Arten.
Es gibt Schülergrade und Meistergrade:
Ist von 18-70 erlernbar sieht schwer aus,ist es auch aber mit Willen und Disziplin erlernbar.


z.b.Schülergrade:
z.B.Meistergrade:

Gruß drecksack
 


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