Paris: Notre Dame brennt

VT605

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Wenn man die Bilder im Fernsehen sieht befürchte ich das schlimmste, diese Kathedrale wird wohl bis auf die Grundmauern runterbrennen. :002: Ein Turm ist schon eingestürzt.
 

maschwa

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Ja, mit Steuergeldern und Spenden aus der ganzen Welt! Interessant fand ich, dass dieser Kirchenbau gar nicht der Kirche gehört sondern dem französichen Staat. Ich hoffe, die katholische Kirche beteiligt sich kräftig, denn das Geld ist ja vorhanden.

Grundsätzlich finde ich es traurig, dass ein Bau, der über 800 Jahre mit tw. primitiven Mitteln ebaut und unterhalten wurde in der heutigen technisierten Welt trotzdem innerhalb von Stunden ein Raub der Flammen wird! Und das geschieht ausgerechnet bei "Sanierungsarbeiten"! Diese haben ja erst vorige Woche begonnen! Ein Verlust von Kulturgut in derartiger Heftigkeit und Schnelligkeit! Der Feuerwehr kann man nur Respekt zollen für die Leistung, dass nicht der gesamte Bau ein Opfer der Flammen wurde. Hoffentlich hat allerdings das Wasser nicht zu große Schäden angerichtet, denn das ist insbesondere für die Statik ein weiteres Problemfeld. Der Stein saugt nämlich Wasser wie ein Schwamm und erhöht somit das Gewicht und beeinträchigt die Statik. Von daher und wegen der weiterhin andauernden Löschmaßnahmen, kann man nur hoffen....

MfG
maschwa
 

Simulant

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Die katholische Kirche ist in Frankreich finanziell völlig anders aufgestellt als beispielsweise in Deutschland. In Frankreich gibt es keine Kirchensteuern, die (katholische) Kirche muss sich rein aus Eigenmitteln und aus den Beiträgen der Mitglieder finanzieren. In Deutschland kann sich die (katholische) Kirche neben den Kirchensteuern auch noch aus Mitteln von Wirtschaftsverträgen (Pachteinnahmen, Ernteerträge) finanzieren, in Frankreich ist auch dieses seit Napoleon weitestgehend ausgeschlossen.
 

VT605

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Irgendwo wurde gesagt das Notre-Dame nicht mehr der kathol. Kirche gehört, sondern dem Staat. Daher wäre letzterer eh zuständig, aber für den Wiederaufbau wird es mit Sicherheit eine Menge Spenden geben, Geld wird sicher das kleinste Problem sein.
 

Lonestarr

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... Geld wird sicher das kleinste Problem sein.
Irgendwo hatte ich gelesen, daß es Eichen in der Größe, wie sie für die Dachbalken benötigt werden, schlicht nicht mehr gibt. Ob's stimmt, weiß ich nicht, aber sowas wäre dann wirklich ein Problem für einen denkmalgerechten Wiederaufbau. Kompromisse wird man da sicher machen müssen.
 

Simulant

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Unter Napoleon wurde so manches kirchliche Eigentum in das Eigentum des Staates überführt. Notre-Dame ist da keine Ausnahme.
 

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Die katholische Kirche ist in Frankreich finanziell völlig anders aufgestellt als beispielsweise in Deutschland. In Frankreich gibt es keine Kirchensteuern, die (katholische) Kirche muss sich rein aus Eigenmitteln und aus den Beiträgen der Mitglieder finanzieren. In Deutschland kann sich die (katholische) Kirche neben den Kirchensteuern auch noch aus Mitteln von Wirtschaftsverträgen (Pachteinnahmen, Ernteerträge) finanzieren, in Frankreich ist auch dieses seit Napoleon weitestgehend ausgeschlossen.
Danke, daß Du diese Fakten aufgezeigt hast.
 

sbb.lokmaster

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Irgendwo hatte ich gelesen, daß es Eichen in der Größe, wie sie für die Dachbalken benötigt werden, schlicht nicht mehr gibt. Ob's stimmt, weiß ich nicht, aber sowas wäre dann wirklich ein Problem für einen denkmalgerechten Wiederaufbau. Kompromisse wird man da sicher machen müssen.
Man will da wohl Hingehen, für das Dachgerüst dieses mal Metalstreben zu nehmen. So, wie man es vor Jahren beim Kölner Dom gemacht hat. Es soll da wohl schon entsprechende Kontakte zwischen der Kölner Dombauhütte und der entsprechenden Stelle von Notre Dame geben. In Köln wurden diese Teile eben aus Brandschutzgründen getauscht.
 

Lonestarr

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Nee, der Dachstuhl des Kölner Doms ist eine originale Eisenkonstruktion. Der Bau war ja erst im 19. Jahrhundert dort oben angekommen. Wären die im Mittelalter schon so weit gewesen, wäre es natürlich eine Holzkonstruktion geworden. Ich frag mich gerade, warum beim BER noch keiner auf die Idee gekommen ist, wegen der Bauzeit entschuldigend auf den Kölner Dom zu verweisen.
 

maschwa

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Irgendwie finde ich das alles bedenklich! Warum?



Ja, ich finde es ebenso bedenklich, was da abgeht. Macron, ein bisher noch nicht als Baufachmann ausgewiesener Experte, verspricht keine 12 Stunden nachdem der Brand unter Kontrolle war, dass der Wiederaufbau nur 5 Jahre dauert, was wirkliche Experten bezweifeln! Man überlege dabei die innenpolitischen Bedingungen wie Gelbwestenproteste, soziale und wirtschaftliche Probleme, Europawahl, Präsidentschaftswahlen 2022, Olympia in Paris 2025.... politisch für mich Populismus diese Terminaussage ohne wirkliche Kenntnis und Wissen. Und Geld allein ist auch nicht alles. Man benötigt Baukapazitäten, echte Fachkräfte, eine Bestandsaufnahme, Pläne,.... alles nicht wirklich reichlich vorhanden und müssen woanders abgezogen werden...

Zum anderen kann ich Kritik verstehen, wenn innerhalb von nicht mal 72 Stunden 1 Millarde € Spendenzusagen da sind. Für soziale Projekte gibt es nicht so schnell derart viel Geld würde aber mehr helfen....

Auch bedenklich ist, dass in Deutschland Bundespräsident, Kanzleramt, Landeschefs (hauptsächlich CDU, wie in Sachsen und NRW) Hilfe anbieten, auf deutsch/ französische Freundschaft verweisen und dann die Bevölkerung offensiv zum Spenden auffordern! Gleiches gilt für die Kirchen! Mit Ausnahme letzterer wünschte ich mir ebenso offensive Aufrufe für soziale Belange und Projekte im eigenen Land. Denn hier muss so was privat initiiert werden, hart erkämpft und definitiv in so kurzer Zeit nicht so umfänglich!


Übrigens hat der Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche bis 2005 182,6 Millionen Euro gekostet und 15 Jahre gedauert, nachdem vorher 45 Jahre eine Ruine stand und mit ca. 102 Millionen Euro Spendengeldern finanziert wurde. Quelle: https://www.frauenkirche-dresden.de/bauwerksdaten/

Ohne Despektierlichkeit und mit Verlaub, es war "nur" ein, wenn auch geschichtlich und kunsthistorisch wertvolles, Gebäude! Ein Statussymbol, dessen Aufbau zwar wünschenswert ist, aber nicht wirklich überlebenswichtig! Was ist in der heutigen Zeit noch Priorität? Für Menschen ist das Interesse scheinbar geringer...

Bleibt abzuwarten, wie viel politische Welle das ganze schlägt und was wirklich entsteht. Auch die politische Einmischung und Einflussnahme ist kritisch zu sehen! Auch vor dem Hintergrund, dass die Kirchen staatlich sind....Aber es ist bedenklich.

Edith nochmalzum Thema Finanzen: war das Gebäude und/ oder der Verursacher nicht versichert (ausgenommen die Kunstschätze, die man oftmals wegen den ideellen Werten nicht beziffern und damit versichern kann)?

https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/notre-dame-versicherung-1.4412032



MfG
maschwa
 
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Ja, mit Steuergeldern und Spenden aus der ganzen Welt! Interessant fand ich, dass dieser Kirchenbau gar nicht der Kirche gehört sondern dem französichen Staat. Ich hoffe, die katholische Kirche beteiligt sich kräftig, denn das Geld ist ja vorhanden.

Grundsätzlich finde ich es traurig, dass ein Bau, der über 800 Jahre mit tw. primitiven Mitteln ebaut und unterhalten wurde in der heutigen technisierten Welt trotzdem innerhalb von Stunden ein Raub der Flammen wird! Und das geschieht ausgerechnet bei "Sanierungsarbeiten"! Diese haben ja erst vorige Woche begonnen! Ein Verlust von Kulturgut in derartiger Heftigkeit und Schnelligkeit! Der Feuerwehr kann man nur Respekt zollen für die Leistung, dass nicht der gesamte Bau ein Opfer der Flammen wurde. Hoffentlich hat allerdings das Wasser nicht zu große Schäden angerichtet, denn das ist insbesondere für die Statik ein weiteres Problemfeld. Der Stein saugt nämlich Wasser wie ein Schwamm und erhöht somit das Gewicht und beeinträchigt die Statik. Von daher und wegen der weiterhin andauernden Löschmaßnahmen, kann man nur hoffen....

MfG
maschwa
Interessant finde ich auch das scheinbar keine Versicherung besteht.
Gebäudeversicherung wo Feuer, Sturm und Hagel versichert sind, ist doch eigentlich Standard, aber nicht Pflicht.
 

Lonestarr

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Interessant finde ich auch das scheinbar keine Versicherung besteht.
Gebäudeversicherung wo Feuer, Sturm und Hagel versichert sind, ist doch eigentlich Standard, aber nicht Pflicht.
Das kommt eben auf die Größe und finanzielle Leistungsfähigkeit des Versicherungsnehmers an. In irgendeinem der vielen SPON- Artikel war zu lesen, daß sich der französische Staat schon vor Jahrzehnten entschlossen hat, seinen eigenen Gebäudebestand nicht zu versichern, sondern das Risiko selbst zu tragen. Das wäre zwar vor einigen Jahren mal auf den Prüfstand gestellt worden, zu einer Änderung hat man sich aber nicht durchgerungen. Preisfrage: wie hoch wäre denn die jährliche Versicherungsprämie für eine Gebäudeversicherung von Notre Dame?
 

VT605

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Ob der Kölner Dom eine Gebäudeversicherung hat? Ich vermute mal nicht, die kann wahrscheinlich keiner bezahlen.
 

Traindriver

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Das kommt eben auf die Größe und finanzielle Leistungsfähigkeit des Versicherungsnehmers an. In irgendeinem der vielen SPON- Artikel war zu lesen, daß sich der französische Staat schon vor Jahrzehnten entschlossen hat, seinen eigenen Gebäudebestand nicht zu versichern, sondern das Risiko selbst zu tragen. Das wäre zwar vor einigen Jahren mal auf den Prüfstand gestellt worden, zu einer Änderung hat man sich aber nicht durchgerungen. Preisfrage: wie hoch wäre denn die jährliche Versicherungsprämie für eine Gebäudeversicherung von Notre Dame?
OK... Ob da der französische Staat richtig entschieden hat?
Aber jetzt ist es zu spät. Nun ist der Schaden da und muss repariert werden.

Wenn die Ursache wirklich ein Handwerkerfehler war, dann muss die Haftpflichtversicherung der Baufirma ran.

Na mal sehen......
 

Lonestarr

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OK... Ob da der französische Staat richtig entschieden hat?
Aber jetzt ist es zu spät. Nun ist der Schaden da und muss repariert werden.
Zugegeben, der Brand von Notre Dame ist schon ein ziemlicher Schlag ins Kontor. Aber betrachten wir die Sache mal kurz aus der allgemeinen Perspektive.
Der Versicherungsnehmer will sich mit einer Gebäudeversicherung vor einem möglicherweise seine finanzielle Leistungsfähigkeit übersteigenden Schaden absichern. Er zahlt eine regelmäßige Versicherungsprämie, die ihm nicht wirklich weh tut und hofft dennoch, daß der Schadensfall nie eintritt. Tritt der Versicherungsfall aber doch ein, hält sich der finanzielle Schaden in Grenzen. Das Versicherungsunternehmen wiederum muss ja Gewinn machen, es ist schließlich keine Sozialeinrichtung. Daher wird es seine Prämien so kalkulieren, daß diese in Summe höher sind als die ausgezahlten Versicherungsleistungen.
Was hieße das nun für den Staat als Versicherungsnehmer? Mit seinen wahrscheinlich tausenden übers Land verteilten Immobilien müsste der wohl jährlich Millionenbeträge an Versicherungsprämien zahlen, die in Anspruch genommene Versicherungsleistung wäre im Schnitt aber geringer. Er würde also tendenziell draufzahlen. Aber bringt es den Staat finanziell in die Bredouille, wenn hier und da mal ein Verwaltungsgebäude abbrennt? Wohl eher nicht. Den Schaden kann er dann auch mit den nicht gezahlten Versicherungsprämien begleichen und hat unterm Strich immer noch gespart.
 

derThomas

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Der Staat versichert sich selber. Ebenso große Firmen wie sixt versichern sich selbst.
 


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