National Netz durch Baustellen am Ende, Chaos im Güterverkehr - FAZ

Martin H.

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Wie die FAZ berichtet kollabiert in den letzten Wochen der planmäßige Güterverkehr. Über 300 Züge haben 1 Tag Verspätung, einige aber auch schon 2 Wochen. Grund dafür ist auch das Baustellenmanagement der DB. Nach ergebnislosen Gesprächen zwischen BDI und DB übt jetzt das Bundesverkehrsministerium Druck auf das DB Management aus.
 

Waschbaer

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Die Gründe sind seeehr umfangreich und teilweise eine über Jahre schleichende Entwicklung. Die Facharbeiter an der Basis hatten immer davor gewarnt und wurden nur belächelt. Kapitalismus pur halt. Einige hatten sich eine goldene Nase verdient.

Resignierende Grüße
 

Wieder Da

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Ja richtig. Und der Personalmangel nicht nur bei der DB führt die beste Planung ad absurdum. Wenn kein 4.2 aufzutreiben ist, muss die Baustelle halt abgesagt werden, weil es ohne 4.2. Nicht geht. Die Versäumnisse der letzten Jahre (eigentlich ja Jahrzehnte) fangen an, sich zu rächen. Hätte man damals, würde man heute ganz anders.
Alles richtig, aber ändern können wirs momentan eh nicht. Also Augen zu und durch (und hoffentlich für die Zukunft Lehren aus den Fehlern ziehen)
 

Simulant

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Wie man es auch macht, man macht es verkehrt! Baustellen ziehen naturgemäß gewisse Nachteile für die Nutzer mit sich, die regen sich natürlich darüber auf. "Wieso macht ihr so viele Baustellen?"

Kommt es zu einen großen Haufen, wie aktuell geschehen, schreit man "Wieso habt ihr euer Netz nicht in Schuss gehalten?"
 

maulendesmammut

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Wie man es auch macht, man macht es verkehrt! Baustellen ziehen naturgemäß gewisse Nachteile für die Nutzer mit sich, die regen sich natürlich darüber auf. "Wieso macht ihr so viele Baustellen?"

Kommt es zu einen großen Haufen, wie aktuell geschehen, schreit man "Wieso habt ihr euer Netz nicht in Schuss gehalten?"
Da Frage ich mich aber, warum die Baustellen nur in Deutschland so ein riesiges Problem sind. Gerade weil ich den Vergleich habe:

In der Schweiz laufen aktuell mehrere Bauprojekte auf den wichtigsten Bahnstrecken.

1. Totalumbau Bahnhof Liestal (Strecke Basel - Olten). Zur Zeit ist der Adlertunnel (Direktverbindung Basel - Liestal) voll gesperrt. Alle Züge machen den Umweg über Pratteln, zwischen Basel und Zürich nutzen Direktzüge teilweise die Bötzberg- statt der Hauensteinstrecke. Im Ergebnis fallen zwischen Basel und Olten/Zürich einzelne Züge aus, der Rest hat eine 3-5 Minuten längere Fahrzeit. Trotz der fehlenden Überholmöglichkeiten fahren pro Stunde und Richtung noch 10 Züge von der S-Bahn über den Güterverkehr bis zum ICE durch den Bahnhof Liestal. Nur ganz vereinzelt wird mal ein Wochenende voll gesperrt, wenn eine Weichenverbindung ersetzt wird oder wenn im Juli das neue Stellwerk in Betrieb genommen wird.
Gleichzeitig findet auf derselben Strecke der Vierspurausbau Basel - Muttenz statt, welcher bis auf eine Langsamfahrstelle aktuell gar keine Betrieblichen Einschränkungen nach sich zieht.

2. Neubau Verbindungskurve Mägenwil - Birr (Strecken Olten - Zürich und Rotkreuz - Brugg). Mit dem Neubau ist eine Totalsanierung vom Bahnhof Mägenwil auf der Strecke Olten - Zürich verbunden. Hier fallen im Fernverkehr einzelne IR-Züge aus, vereinzelt entfällt bei S-Bahnen der Halt in Mägenwil. Durch Umleitung entfällt bei einzelnen IR-Zügen der Halt in Lenzburg, wobei sich die Reisezeit durch den notwendigen Umstieg um 5-15 Minuten verlängert.

3. Sanierung Lötschberg-Scheiteltunnel. Die Hälfte des Tunnels ist nur eingleisig befahrbar. In der Konsequenz fahren die Autoshuttlezüge nur alle 20 statt alle 15 Minuten. Lediglich im Sommer wird für die Sanierung der Überleitstelle im Tunnel der gesamte Tunnel nur einspurig befahrbar sein, womit die Autozüge nur noch im Halbstundentakt fahren. Weitere Auswirkungen gibt es nicht.

4. Umbau Bahnhof Bern. Im Bahnhof Bern sind wegen Umbauten am Bahnsteig ständig zwei Gleise nicht nutzbar. Die wesentliche Konsequenz ist, dass die Direktverbindung Bern - Zweisimmen entfällt, es muss in Spiez Bahnsteiggleich und ohne Zeitverlust umgestiegen werden. Die Gleise 9 und 10 wurden provisorisch Richtung Westen verlängert und dort die Gleise 49 und 50 eingerichtet, was die Fusswege im Bahnhof etwas verlängert. Weitere Auswirkungen gibt es ebenfalls nicht.

Dazu kommen etliche weitere Baumaßnahmen, wie der Neubau oder die Sanierung von Brücken/Unterführungen, Streckensanierungen, etc., von denen der Kunde - abgesehen von einer situativ niedrigeren Geschwindigkeit - gar nichts bemerkt.

Da fragt man sich insgesamt schon, was die Schweizer anders machen, dass es da funktioniert. Selbst im Güterverkehr erreichen wir unsere Ziele in der Regel pünktlich. Verspätungen resultieren meistens aus einer verspäteten Übergabe aus Italien oder Deutschland.
 

Waschbaer

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Man sperrt die Strecken halt komplett, wenn Bauarbeiten anstehen. Egal ob nur an einem Gleis geschraubt wird.
Beispiel: Die Nacht außerplanmäßig in Wolfgang abgelöst, mit dem Taxi von RMR hin, erst war Darmstadt geplant. Gut kam im Kinzigtal noch ein PU dazu, waren dann halt 2 h später der Zug, dann war Sperrpause. Und mit Gefahrgut-Ganzzug kannst halt nicht durch FFS fahren. Und mit Befehl im Gegengleis versucht man wohl mittlerweile zu vermeiden. Vielleicht ist zu viel passiert ? Und wenn die Umleitungsstrecke auch noch blockiert wird, dann bricht das System zusammen.
 

Wieder Da

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@Waschbaer hab ich das richtig gelesen? Du bist mit dem Taxi von RMR nach HWOB gefahren? Irre...
 

Tom_B

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Nein, Wolfgang ist ein Bahnhof von den es Richtung Süden, wo es entweder nach Hanau geht oder nach Aschaffenburg.

Denke viele der Neu-Tfs sind mit ungewöhnlichen Situationen sehr überfordert. Da mal kurz Nachdenken, was jetzt am Besten ist können die nicht. :D Ganz zu schweigen von der mobilen Ablenkung.
 

Wieder Da

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Nein, Wolfgang ist ein Bahnhof von den es Richtung Süden, wo es entweder nach Hanau geht oder nach Aschaffenburg.

Denke viele der Neu-Tfs sind mit ungewöhnlichen Situationen sehr überfordert. Da mal kurz Nachdenken, was jetzt am Besten ist können die nicht. :D Ganz zu schweigen von der mobilen Ablenkung.
Wer lesen kann, ist klar im Vorteil. Hatte ich doch heute Früh tatsächlich Wolfsburg gelesen und war einigermaßen verwundert darüber, daß sowas möglich wäre. Wolfgang ist natürlich ne ganz andere Hausnummer. Klar...
Vielleicht sollte ich vorm ersten Kaffee nicht ins Internet gehen... 🤣
 

Asgard

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... Und mit Gefahrgut-Ganzzug kannst halt nicht durch FFS fahren...
Sorry für OT: das mit dem "Gefahrgut nicht durch FFS" stimmt so nicht. Schon oft genug in FFO gestanden wenn andersfarbige Loks mit Gefahrgut Ganzzügen durchrauschen. Nur DB Cargo macht den Affentanz mit teilweise erheblichen nutzlosen Umwegen.

So geht halt Konsequenz. Die Benachteiligung des einen EVU ist der Wettbewerbsvorteil des anderen.
 

Tom_B

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Das ist dann aber keine Benachteiligung des EVU, sondern das eingene Bein, welches man sich stellt.
 

Wieder Da

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Das ist dann aber keine Benachteiligung des EVU, sondern das eingene Bein, welches man sich stellt.
Kommt letztlich aufs Selbe raus. Wenn Cargo so blöd ist-salopp gesagt-braucht man sich nicht wundern, wenn das Geld anderswo verdient wird.
 

Lonestarr

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Sorry für OT: das mit dem "Gefahrgut nicht durch FFS" stimmt so nicht. Schon oft genug in FFO gestanden wenn andersfarbige Loks mit Gefahrgut Ganzzügen durchrauschen. Nur DB Cargo macht den Affentanz mit teilweise erheblichen nutzlosen Umwegen.
Solch ein Gefahrzug- Verbot müsste doch in den Regionalen Zusätzen zur Ril 420 unter Punkt 4 - Streckenspezifische Regelungen - aufgeführt sein. Da steht aber nichts dergleichen. Gibt es überhaupt irgendwo ein explizites Gefahrzug- Verbot? Mir sind nur gelegentliche generelle Güterzug- Verbote geläufig.
 

maschwa

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Die Sperrungen ganzer Strecken statt einzelner Gleise liegt nur zum Teil an de betrieblichen Sonderverfahren. Vielmehr sind die Sicherungsplanungen wesentlich einfacher wenn man immer mehr Bahnfremde bauen lässt und es kostet erstmal weniger als Sipos, Warnungen, etc.! So weit ist man schon....

MfG maschwa
 

Weichenwärter

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Asgard

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Woher weiss der Infrastrukturbetreiber dass es sich um einem Gefahrgutganzzug handelt? ;)
 

Waschbaer

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Muß das nicht vom durchführenden EVU so beantragt werden ? Früher konnte man das anhand der Zugnummer festlegen oder feststellen.
 

Asgard

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Ah ok. Dann scheint irgend etwas nicht zu stimmen. Denn es fahren regelmäßig Gefahrgutganzzüge durch FFS. Nur halt nicht mit einer roten Lok davor. Sei es drum, das ist nicht das Thema diesen Threads.

Eher das wie es der Infrastrukturbetreiber durch perfekte Baustellenkoordination immer wieder hin bekommt sich die verfügbaren Strecken durch Umleitungen, ad hoc Baustellen auf den Umleitungsstrecken so gnadenlos zuzufahren, dass gar nichts mehr geht.

Rund um Frankfurt ist derzeit eine Katastrophe sondergleichen. Die Main- Weser- Bahn zwischen Frankfurt- West und Bad Vilbel gesperrt, Umleitung über Hanau Südseite und genau dort werden seit Monaten Bahnsteige umgebaut und es stehen dadurch nicht alle Gleise zur Verfügung. Weiter geht es dann über Rauschwald, Hanau Nord, Nidderau weiter nach Friedberg hoch zur Main- Weser- Bahn. Die 30 km lange Strecke von Hanau Nord nach Friedberg hat gerade mal sieben Blöcke. Wie viel darüber gefahren werden kann sollte klar sein. Ist zwar im Normalbetrieb schon stark mit Gz ausgelastet, aber hey- die kann man ja mal wieder ausbremsen oder gleich ganz weigern.

Im Süden Richtung Basel stehen Gz ebenfalls mehr als sie fahren und den Rhein hoch geht schon länger nichts mehr wirklich. Statt den Fenster EVU zu sagen "ihr könnt nicht alle Züge fahren weil wir keine Kapazitäten mehr frei haben" wird eher noch mehr rein gequetscht und der Güterverkehr bekommt wieder mal was auf den Deckel.

Güterzüge pünktlich fahren ist derzeit mehr eine Illusion. So gut wie jede Überholung, jeder Güterbahnhof steht mit abgestellten Zügen voll. Dann kommst du in die Ville de Quadrate oder die Clownhochburg am Rhein und willst eine Lok für eine geplante Leistung haben heißt es nur zu oft: "Hab keine". Weil die Maschinen seit Tagen irgendwo in der Botanik vor festgeschraubten Zügen stehen. Also heißt das dann entweder Ausfall oder auf eine verfügbare Lok warten. Verspätung mit Ansage.
 
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