Lokführer und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf

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frankxx1

Guest
AW: Lokführer und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Was auch viele Kollegen vergessen, wenn Sie z.B. länger machen sollen oder sich bei Dienstbeginn herausstellt, daß die Schicht plötzlich länger geplant ist oder kurzfristig früher Feierabend machen soll:
DER LOKFÜHRER MUß ZUSTIMMEN!!!! Er darf also auch NEIN sagen!!!!!!

Der LL oder LD kann WÜNSCHEN, daß der Lokführer o.g. so macht, aber nur mit der Zustimmung des Tf wird das in die tat umgesetzt!


Hallo Kollegen. Ich hab mich mal in diesem Forum angemeldet, da ich genau nach dieser Sache suchte. Gibt es für diese Behauptung irgendeine belastbare Quelle? Denn im LfTV steht nichts.
Bin für jede Hilfe sehr dankbar.

Grüße
 

Knallkopf

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Was suchst du denn konkret ? Die Anleitung zum `Nein ! ` sagen ?

Leider steht in den meisten Tarifverträgen das Gegenteil davon , so in der Wortformel ... ` kann im gegenseitgen Einverständnis abgewichen werden ... `
Wie das Einverständnis deinerseits aussieht oder kundgetan wird , da steht nix dabei .
Und was nicht konkret verboten ist , das ist erlaubt !
 

rainer

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...frankxxx; abgesehen von den Regelungen in den §§ 51-54 LfTV existieren in den meisten Fahrdienstwahlbetrieben der DB AG zusätzliche örtliche Betriebsvereinbarungen zur Arbeitszeit / Ruhezeit. Darüber kann Dich Dein Betriebsrat informieren ...
 

Das Omen

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Also zuerst einmal gibt es da die gesetzliche Regelung. Nach dieser darf der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer am Tag maximal 2 Stunden Mehrarbeit anweisen.
Geht die Schicht also geplant 6 Stunden darf der Arbeitgeber durchaus vom Gesetz her eine Verlängerung um bis zu 2 Stunden anweisen.

Danach kommen dann Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen, die der gesetzlichen Regelung einen engeren Rahmen verleihen können - also zu Gunsten des Arbeitnehmers.
Insbesondere in den GDL-TVs ist nun geregelt, daß man nicht mehr als 80 Überstunden pro Jahr auf Anweisung des ARbeitgebers leisten muß.
Weiterhin gibt es z.B. bei uns im Teilbetrieb eine Betriebsvereinbarung, wonach jede Schichtänderung bei der sich Dienstende oder Dienstbeginn um mehr als 90 Minuten verschieben als "Sonderschicht" vergeben werden, deren Zuteilung dann nur mit ausdrücklicher Zustimmung des Mitarbeiters erfolgen darf. Liegt die Zeitverschiebung darunter, gilt es als Schichtabweichung. Allerdings ist auch hierüber der Mitarbeiter vorab zu informieren.

Wenn also erst zu Dienstbeginn mitgeteilt wird, daß die Schicht heut länger gehen soll, kann ich das auch ablehnen, sofern es sich um eine "Schichtabweichung" handelt, da diese geplant war und ich hätte vorab in Kenntnis gesetzt werden müssen.

Bleiben noch 2 Themen - die Schichtverkürzung. Hier ist tarifvertraglich klar geregelt, daß dann 50% der abgesagten Arbeit (sofern nicht min. 24 Stunden vorher abgesagt) Arbeit bezahlt werden müssen, mindestens jedoch 5 Stunden Gesamtschichtzeit.
Das andere ist dann noch, wenn durch eine Störung auf der Strecke sich der Dienst verlängert. Solange die max. Fahrzeit und schutzwürdige Arbeitszeit nicht überschritten werden, darf und wird der Arbeitgeber hier vollkommen zurecht von seinem Direktionsrecht Gebrauch machen und die Mehrarbeit anweisen falls der Mitarbeiter nicht selbst einsichtig genug ist. Allerdings müssen auch hierbei Fahr- und Ruhezeiten beachtet werden, eventuell eine weitere Arbeitsschutzpause durchgeführt werden.

Allerdings wird kein Arbeitgeber eine Fortführung des Dienstes anordnen, sollte der Mitarbeiter seine gesundheitsbedingte Dienstunfähigkeit erklären...
 
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frankxx1

Guest
Hallo zusammen. So kenne ich das auch alles. Nur wo findet man rechtssichere Paragraphen auf die man sich berufen kann?
Mir geht es hauptsächlich um kurzfristige Schichtverlängerung um Stunden und nicht um dir JAZ.
 

rainer

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...wie schon erwähnt, Deinen Betriebsrat fragen. Örtlich geltende Betriebsvereinbarungen sind auch nur örtlich verfügbar...
 

Das Omen

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Mir geht es hauptsächlich um kurzfristige Schichtverlängerung um Stunden und nicht um dir JAZ.
Was verstehst Du unter "kurzfristig" und was unter "um Stunden"?

wie gesagt - gesetzlich ist geregelt, daß maximal 2 Stunden Mehrarbeit am Tag durch den Arbeitgeber angewiesen werden können. Eine Schichtverlängerung um mehr als 2 Stunden kann bereits deshalb von Dir abgelehnt werden.

Alles andere ist in Betriebsvereinbarungen geregelt. Da können Dir Dein Betriebsrat oder (wenn Du gut mit ihm kannst) auch Dein Teamleiter nähere Auskunft geben, wie das konkret bei Euch geregelt ist und Dir auch die betreffenden Betriebsvereinbarungen zur Einsicht geben. Und sollte es dann bei der Auslegung der Worte "kurzfristig" oder ähnlicher Formulierungen in den BV`s unterschiedliche Auffassungen zwischen Deinem Arbeitgeber und Dir geben, dann wende Dich einfach an die Deine Gewerkschaft zur Klärung des Sachverhaltes. Auch dort kann man Dir zumeist vernünftige Auskunft geben - und Dich ggf. in der Durchsetzung Deiner Rechte unterstützen oder aber Dir erklären, warum der Arbeitgeber hier im Recht ist.

Da kann es dann je nach Teilbetrieb unterschiedliche Regelungen geben.

Gruß
Omen
 


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