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Es sind nur noch verrückte Leute unterwegs - eigene Erlebnisse



Simulant

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Mal wieder Zeit für großes Kino:

Bei Einfahrt in den Bahnhof einen quaderförmigen Gegenstand auf dem Schienenkopf erkannt, Schnellbremsung eingeleitet. Bahnsteig voller Schüler, einer von denen wirds wahrscheinlich gewesen sein. Landespolizei, Notfallmanager usw. alles vor Ort, Bundespolizei sogar per Hubschrauber angereist! Richtig großes Kino! Durch Zeugenaussagen konnte relativ schnell ein Tatverdächtiger dingfest gemacht werden.

Ob da groß was bei rum kommt ist mal egal, aber die gesamte anwesende Schülerschaft hat selbst erlebt was großes Kino ist. Wird hoffentlich ne Weile vorhalten.
 

Simulant

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Von Attacken mit Laserpointern hat man schon gehört, heute Nacht hat es mich getroffen.

Wenn da im Gebüsch es seltsam rumstrahlt, macht wirklich sicherheitshalber die Augen zu!
 

Simulant

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Da laufen zwei, mit Warnweste und Tf-Rucksäcken, im Gleisbereich rum. Soweit nicht ungewöhnlich.

Da die mich aber aufgrund der Örtlichkeiten schlecht sehen, gebe ich mal kurz Zp 1.

Was machen die? Die gucken mich zwar an, aber gehen trotzdem seelenruhig übers Gleis, über das ich gerade fahre!
Dauer-Zp 1 hat die auch nicht interessiert, wenigstenmals den Schritt zu beschleunigen! Kollegen, das geht gar nicht!
 

maschwa

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Ähnlicher Fall diese Woche in Duisburg Hbf. Tf eines Flixtrain meldet eine Person mit Warnweste und Kamera zwischen den Gleisen in der Ausfahrt. Wahrscheinlich wollte er den Zug im schönen Sonnenuntergangslicht fotografieren. Tf bleibt stehen. BPOL holt den Typen raus und Zug fährt ab, als alle an der Lok vorbei sind. Sollen teure "Nichtbilder" gewesen sein. Doppelte Strafe muss sein....

MfG
maschwa
 

Atlanta

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Moin,

als ich 1986 im Rahmen eines dreiwöchigen Betriebspraktikums bei der DB in der BD Hamburg "hineinschnüffeln" durfte, war eine Abendschicht auf dem E43 Mbf der S-Bahn Hamburg angesetzt.
Gegen späten Nachmittag fielen mit zwei Typen mit orangenen DB Warnwesten auf welche einem grauen VW Bus entstiegen und in Richtung der Flügelsignale am Gleis entlang gingen. Die Kollegin fdl gab mir ein Fernglas und ich sollte vom Stellwerk die Typen beobachten.
Beim Signal angekommen wurden die Gasflaschen zur Signalbeleuchtung entnommen und mit mehreren dieser Gasflaschen wurde der VW Bus beladen. Sie stiegen ein und fuhren weg. Die Kollegin fdl vermerkte den Vorfall im Meldebuch und bat mich mit zu unterschreiben.
Wir diskutierten etwa eine Stunde lang ob wir bei der BM mal nachfragen sollten, wann die gedenken dier Ersatzflaschen zu montieren, da die Sonne sich entschloß unterzugehen.
Ich sollte als Praktikant dann bei der BM nachfragen, was ich auch tat. Dort erfuhr ich, daß wir nicht die einzige Dienststelle seien denen die Gasflaschen geklaut wurden.
Die BPOL sei schon verständigt.
Wir bestellten noch einige Kanister Petroleum und Dochte und kramten die Petroleumlampen hervor und ich machte mich auf den Weg zum Lampenwechseln.
 

Atlanta

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Moin Kollegen,

aus mir bisher unerklärlichen Gründen wurden im damaligen Betriebspraktikum eine Woche mit der GePa und FKA im Bahnhof Ahrensburg vorgesehen. Wir schreiben immer noch das Jahr 1986 und im DB Konzern gab es damals noch vor der Einführung moderner Reisezentren auf den kleineren Bahnhöfen noch eine Fahrkartenausgabe nebst Schalter.
Dickes Panzerglas vor der Scheibe des Schalters war eher unüblich, gab es aber auch. Normal waren aber Schalter in Gesichtshöhe des Kunden mit mit einer ovalen Fensterklappe und eine Membranartige Plastickfolie als Spuckschutz, eine Verbesserung gegenüber Schaltern ohne solche Schutzmaßnahmen, dieses Verhinderte auch Ansteckungen in der Zeit wo Grippewellen die Belegschaften der DB außer Gefecht setzten. Zur Übergabe der Fahrkarte gegen Geld gab es ein drehbajres Muldensystem beiderseits der Scheibe, welches vom Schalterbediensteten bedient wurde.
Wenn der Rolladen unten war oder der Vorhang zugezogen, war das das Zeichen, daß der Schalter geschlossen war.

Für den Regionalverkehr bis 100 Km unterteilt in Zonen, gab es die damals noch üblichen Morganschen Pappfahrkarten.
Kennfarben erleichterten das Unterscheiden der Karten.
Braune Karte --> 2. Kl. Einfache Fahrt
Braun-Grün --> 2. Klasse Rückfahrkarte
Mit Magentafarbenem Streifen Links für 1. Klasse
Zuschlagkarten:
D, FD und später IR Züge 3,50 DM
IC, EC -> 5 DM später 6 DM
Fahrradkarten sahen früher aus wie diese Klebemarken beim Reisegepäck auf Flughäfen.
Fahrradkarte Selbstverladung 6 DM, via Gepa 12 DM konnte man nur bei der GePa bekommen.
Preisermittlungen waren recht einfach:
Im Kursbuch stand jeder Fahrplantabelle voran die Kilometrierung.
Um herauszubekommen welcher Bahnhof wo lag mußte man das Stationsverzeichnis bemühen, die Ausgabe von 1944 (größte Expansion deutscher Eisenbahndienststellen) war vielerorts noch das Standard Regelwerk, die Dienststellen Nummern wurden nach dem Krieg weitestgehends von beiden deutschen Bahnen übernommen.
Anhand der dort verzeichneten Dienststellennummer waren die Streckennummern aufgebaut, nun suchte man auf der Deutschlandkarte den Bahnhof oder die Bahnstrecke und ermittelte notfalls auch via Kursbuch den Zielbahnhof.
Dann ging das addieren der Km los.
In den Büchern der Tariftabellen wurde der Fahrpreis ermittelt.
Der DB Anlagen- und Hausservice gab alle Publikationen gegen Schutzgebühr auch an interessierte Privatkunden ab.
Wochen- und Monatskarten wurden mit Druckmaschinen erstellt.
Je nach Ausstattung der Stationen aber auch handschriftlich.
Es gab mehrere Sorten von Fahrkartenblocks mit Kohlepapier als Nachweis für ausgestellte Fahrkarten.

Wenn also Kunden zu lästig wurden wurde schon mal aus Frust der Schalter geschlossen.
Dafür gabs so nette Schildchen:
Bin gleich wieder da
Mittagspause
Öffnungszeiten
Geschlossen

Man konnte sich dir Uhr danach stellen, welches Klientel wann den Fahrkartenschalter belagerte.

In Ahrensburg wurden die Kunden daran gewöhnt, die Öffnungszeiten einzuhalten und Zeit mitzubringen.
Pausenzeiten wurden peniebel eingehalten...die Auszeichnung zum unfreundlichsten Schalterbeamten durfte ja bloß nicht gefährdet werden.

Kundendialog:
Oma: "Ich hätten man gerne eine Fahrkarte nach Neustadt!"

fka: "Welches Neustadt hätten Sie denn gerne?"

Oma: "Ja, Neustadt, da wo mein Enkel jetzt wohnt."

fka: "Welches Neustadt? Sie haben über 20 zur Auswahl!"

Oma: "Machen Sie hin, ich habe nicht ewig Zeit! Neustadt da wo mein Enkel wohnt, sagte ich bereits, hören Sie nicht zu?"

Schallendes Gelächter der Kollegen:
"Gib ihr doch ne Einzelkarte nach HH- Ohlsdorf (größter europäischer Friedhof), RF lohnt nicht mehr!"

Erneut schallendes Gelächter.

Oma: "Sauhaufen, ich kaufe die Karte im Zug!"

An der GePa, das gabs damals noch bei der Bahn, Reisegepäck Ausgabe oder Aufgabe...man buchte Reisegepäck mit Vorlage der Fahrkarte, wenn man noch keine hatte ging das auch.

Oma von eben beschwert sich über fka gibt ihre beiden Koffer ab, diese zum Bf Neustadt zu schicken.
Koffer wurden entgegengenommen und 3 DM je Koffer kassiert und und Abholschein ausgehändigt.

Die GePa wurde kurz geschlossen und die Koffer auf die Bahnsteigkarre verladen und erst mal gesammelt.

Die Koffer wurden zu einem der Neustadts geschickt, nach Ablauf der Lagerfrist (3 Tage) weitere zwei Wochen eingelagert, dann zum Versander Bf zurückgeschickt und weitere 2 Wochen eingelagert und dann zum Fundbüro nach Hamburg geschickt. Nach drei Monaten zur Versteigerung freigegeben.
Kommt zwischenzeitlich der Kunde und stellt Nachforschungsauftrag dann bekommt er sein Gepäck gegen Entrichtung der jeweils hinzuaddierten Transportkosten und Einlagerungstage zzgl. Bearbeitungsgebühr.

Zu jedem der ankomnenden Züge wurde mit der E-Karre hingefahren um den Gepäckraum des Steuerwagens zu entrümpeln. Mancher ZF schmiß das Gepäck aus dem Packabteil wenn man nicht rechtzeitig auf dem Bahnsteig war oder Gepäck machte eine Ehrenrunde und wurde beim nächsten Anlauf mit ausgeladen.

Kundendialoge an der GePa sahen auch so aus:
Opa: "Sind denn meine Koffer endlich da? Morgen wollen wir wieder nach Hause nach München fahren!"

GePa: "Geben Sie mir mal die Gepäckscheine!"

Man sucht das Reisegepäck: "Sie haben Glück eben kamen zwei ihrer drei Koffer an, Montag kommt wohl auch der 3. Koffer."

Opa: "Aber ich fahre morgen doch wieder zurück nach München!"

GePa: "Abholung nur mit Gepäckschein....sollen wir ihre beiden Koffer nach München schicken, das macht dann nochmal 6 DM."

Opa: "KönnenSie mir den anderen Koffer nachschicken, wenn ich Ihnen den Abholschein da lasse und die 3 DM jetzt schon bezahle?"

GePa: "Das geht so eigentlich nicht. Aber wir machen mal eine Ausnahme, wir wollen zufriedene Kunden! Das macht dann 9 DM!"

Opa geht kopschüttelnd ohne Koffer.

Es kam häufiger mal vor, daß Reisegepäck langer unterwegs war als der Urlaub der Kunden andauerte.

Im Jahr 1990 arbeitete ich 6 Monate als Hilfsschaffner im Gepäckwagen, dazu später mal mehr.
 
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maschwa

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Mal eine Frage: wo liegen die Unterschiede zwischen Morganscher Pappfahrkarte und den mir bekannten Edmonsinschen Pappfahrkarten?

MfG
maschwa
 

Atlanta

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Mal eine Frage: wo liegen die Unterschiede zwischen Morganscher Pappfahrkarte und den mir bekannten Edmonsinschen Pappfahrkarten?

MfG
maschwa
Mir war bisher die Edmonsonsche Pappfahrkarte unter Morgansche Pappfahrkarte geläufig, was aber erwiesener Maßen falsch ist. Man ist ja noch lernfähig, deshalb Danke für den Hinweis.
 

Atlanta

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Moin Kollegen,

Im Jahr 1990 vor der Wiedervereinigung beider deutscher Staaten und bevor ich am 1.10.'90 zur Grundwehrdienst einrücken mußte,
wurde ein Traum wahr, ich bekam Post von der Personalabteilung der BD Hamburg und man stellte mich ein, allerdings nur befristet für sechs Monate. Zu melden hatte ich mich bei der Dienststelle: Zugleitung Hamburg Hbf.

Ich machte mich sogleich auf den Weg, am besagten ersten Arbeitstag und war extrem pünktlich, also wie immer mit "einem Reservezug in Petto" (Anmerkung: wg. der schon damals bekannten "guten" Pünktlichkeit, war es erforderlich einen Zug früher loszufahren als man eigentlich los mußte).

Vorgesetzter: "wo kommst du denn her? Aus B, kenn ich nicht, wo ist das denn, habt ihr überhaupt 'nen Bahnhof?"

Ich: "aus B das liegt zwischen A und O und hat seit 1865 einen Bf, da enden sogar einige Pendlerzüge."

Vorgesetzter: "ich knn nicht jeden Bf der BD Hamburg kennen, apropos BD fahre gleichmal zur BD und lasse dir dort dein Arbeitszeug geben. Kannst gleich dableiben FD xyz ist deiner da meldest du dich bei Zf und gute Reise."

Ich fuhr also mit der mit der S-Bahn nach Altona, traf gleich noch die Kollegen vom Prüfdienst: "tut das Not in der Holzklasse zu fahren? Man versteht ja kaum ein Wort, Eisenbahner die dienstlich unterwegs sind fahren hier grundsätzlich 1. Klasse." (Anmerkung: BR 471/871 vormals ET 171 waren Gleichstromzüge die teilweise vor und in zwei Neuauflagen nach dem Krieg gekauft wurden. Bis zu ihrer um 6 Jahre verschobenen Ausmusterung hatten die ältesten Triebwagen 58 Betriebsjahre, wehe man saß in einem der angetriebenen Motorwagen der 2. Kl. und ehemals 3. Kl. da war der Lärm ohrenbetäubend. Im Gepäckraum waren aber ergonomisch geformte holzerne Sitzbänke die ich mir bei langen Strecken vorzog,weil bequemer als die Kunstlederbestuhlung. Die nicht angetriebenen Mittelwagen 1. Kl. hatten sehr weiche Plüschsitze)

In Altona angekommen gab man mir bei der BD Hamburg die nötigen Unterlagen und Ausweise und in der Kleiderkammer den Arbeitsanzug und eine Diensttasche klein zum Umhägen und den Betriebskoffer für die anderen Arbeituntensilien nebst Dienstbücher.

Ich meldete mich anschließend beim Zf, der teilte mich zum Packwagendienst ein: "Der Kollege Gepw Schaffner ist erkrankt du bist seine Vertretung."

Ich: "Na toll, ohne Arbeitseinweisung an ersten Arbeitstag voll loslegen, das wird lustig."

Zf: "ich unterstütze dich wenn ich Zeit habe und so schwer ist das auch nicht, Koffer sind beschriftet wo sie wieder raus müssen. An den Stationen Koffer raus andere rein und vorsortieren, wir fahren erst weiter wenn du deinen Wagen zur Abfahrt fertig meldest, bis +10 ist im Rahmen, das kann der LF wieder reinholen oder du lädtst die Koffer bei der Rückfahrt oder bei der nächsten Tour. Auf die Postbüüdels wird keine Rücksicht genommen, die Spinner gehören nicht zur Bahn und müssen sich nach uns richten."

Gesagt getan und Posten im Packwagen bezogen.

Gepäckwagen hatten ein beheiztes Dienstabteil, wenn sich da mal ein Zf einquartierte hatte ich das Recht ihn auszuquartieren obwohl er mein Vorgesetzter war.
Das Zf Abteil war meistens nebenan aber kleiner.
In Fernzügen die häufig Kopf machten, war der Pw in der Zugmitte vor oder hinter dem "Freßwagen".

Es gab Schiebewände in höhe der Ladetüren, die aber meistens offen waren wegen besserer Erreichbarkeit der Türen.
Der Seitengang war sehr schmal, Reisende, die zum Speisewagen wollten konnten dann schon mal zum Problem werden.

Rollstuhlfahrer wurden mitsamt Rollstuhl im Pw untergebracht.
Fahrrader an Haken mit dem Vorderrad aufgehängt. Waren die Haken alle belegt, brauchten keine Fahrräder mehr angenommen zu werden. Das gab meistens Streß mit den Reisenden.
Die Kofferverladung hatte immer Vorrang.

Einmal in Lüneburg ein Reisender kam mit einem Fahrrad und Selbstverladekarte zu 6,50 DM: "Ich will mit meiner Frau nach Fulda, laden Siemal unsere Fahrräder ein wir müssen in unser Abteil."

Ich: "Halt! Stop! So nicht mein Herr! Sie müssen mir schon das Rad ohne die Satteltaschen anreichen, Sie haben Selbstverladung gebucht, außerdem fehlen die Aufkleber am Rahmen. Hier Adresse eintragen und Zielbahnhof und das für beide Räder. Wenn ichdas machen soll hätten Sie die Fahrräder am Gepackschalter abgeben müssen."

Radfahrer: "Sch..ß Bahn, die meinen sich alles erlauben zu können."

Ich: "Sie können die 500 km auch mit dem Rad fahren, das trainiert und hält fit. Nun geben schon die Räder her, ich habe nicht ewig Zeit und pünktlich ankommen wollen Sie doch auch, also beeilen Sie sich gefälligst."

In Uelzen und Celle wurde der Pw voller, in Hannover luden mir vier GePa Helfer den Wagen richtig voll. Ein Großteil der Koffer sollte bis Würzburg fahren.

Ab Göttingen versuchte ich die beiden Fahrräder für Fulda wiederzufinden...ohne Erfolg.
In Fulda standen der Radfahrer und seine Frau am Pw und wollten ihre Räder haben. Ein Rad konnte ich aushändigen, das 2. Rad war entweder eingebaut oder in Hannover ausgeladen worden. Das ließ sich erst mal nicht klären.

Radfahrer: "Wo ist das 2. Rad? Wir gehen hier nicht wieder weg, bis Sie uns unser 2. Rad gegeben haben."

Ich schmunzelte, zum Glück standen die auf dem Bahnsteig und nicht im Pw.

Ich meldete den Pw fertig und der Zugsetzte sich in Bewegung.

Radfahrer: "Wo ist das 2. Fahrrad?"

Ich: "Vieleicht finde ich es in Würzburg wieder, schönen Urlaub noch."

Dann schloß ich die Falttür.

Einige Schnellzug Packwagen hatten wie Postwagen Schiebetüren oder Rolladentüren aber auch vierteilige Falttüren gab es.

In Würzburg fanden wir auch das vermißte Fahrrad.

Es gab mehrere Bahnhöfe wo Personalwechsel vorgenommen wurden. Die Pw Besatzungen blieben meistens für den gesamten Laufweg des Zuges erhalten bzw. an Grenzbahnhöfen wurde dann auch das Personal gewechselt.

Fernstrecken waren heiß begehrt, man kam viel herum, verbrachte die freien Tage oftmals sonstwo aber nicht zu Hause.

Verpflegt wurde man in den Bahnkantinen oder im Speisewagen.
Bei mir stand im Arbeitsvertrag, daß die Bahn mich verpflegt also drei Malzeiten wenn ich dienstlich unterwegs bin. Vor der ersten Lohnzahlung war das sehr Willkommen.

Ich fuhr nicht immer allein als Pw Hilfsschaffner, meistens war ich erfahrenen Kollegen zugeteilt, die sehr froh waren mal wieder einen zweiten Mann zu haben.

Mit Kalle, er kam von Hannover erlebte ich eine schöne Zeit in vielen gemeinsamen Fahrten. Er hatte ab Angst noch vor der Pensionierung entlassen zu werden da der Pw Dienst 1991 oder 1992 abgeschafft werden sollte...was dann auch so kam.

Der Gepäckdienst wurde der BahnTrans später ABX Logistics "auf's Auge gedrückt" und ging dann an DB Schenker, die den Gepäckdienst einstellten.
Lediglich die DR behielt den Gepäckdienst noch bis zur Gründung der DB AG im Februar 1993 bei.

Schönen Gruß,
Ingo
 
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